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Magento / Adobe Commerce im Überblick

Magento ist eines der leistungsstärksten E-Commerce-Systeme weltweit. Seit der Übernahme durch Adobe im Jahr 2018 wird die kommerzielle Version unter dem Namen Adobe Commerce vertrieben. Die Open-Source-Variante ist weiterhin kostenlos als Magento Open Source (ehemals Community Edition) verfügbar. Weltweit laufen über 250.000 Onlineshops auf Magento – darunter viele bekannte Marken und große Unternehmen.

Die Entwicklung von Magento

Magento wurde 2008 von Varien Inc. veröffentlicht und hat sich schnell als eines der führenden Open-Source-Shopsysteme etabliert. 2011 übernahm eBay das Unternehmen, bevor es 2015 wieder ausgegliedert wurde. 2018 erfolgte die Übernahme durch Adobe für 1,68 Milliarden US-Dollar. Seitdem ist Magento Teil der Adobe Experience Cloud.

Wichtig: Magento 1 wird seit Juni 2020 nicht mehr unterstützt – keine Sicherheitsupdates, kein Support. Alle Shops sollten auf Magento 2 bzw. Adobe Commerce migriert sein. Wer noch Magento 1 betreibt, setzt sich erheblichen Sicherheitsrisiken aus.

Magento Go, das ehemals einfache SaaS-Angebot von Magento, wurde bereits 2015 eingestellt und ist nicht mehr verfügbar.

Die unterschiedlichen Versionen

Magento Open Source (ehem. Community Edition)

Magento Open Source ist die kostenlose Version, die frei heruntergeladen und auf einem eigenen Server installiert werden kann. Sie bietet einen enormen Funktionsumfang: Produktverwaltung, Kundenverwaltung, Bestellmanagement, SEO-Funktionen, Multi-Store-Fähigkeit und eine flexible Templatestruktur.

Die Open-Source-Version eignet sich für technisch versierte Teams oder Unternehmen, die mit einer spezialisierten Magento-Agentur zusammenarbeiten. Hosting, Sicherheit und Updates liegen vollständig in der Verantwortung des Betreibers.

Download: https://github.com/magento/magento2

Adobe Commerce (ehem. Enterprise Edition)

Adobe Commerce ist die kommerzielle Version mit erweiterten Funktionen für große Unternehmen. Zusätzlich zur Open-Source-Basis bietet Adobe Commerce unter anderem erweiterte B2B-Funktionen (Angebotsanfragen, Firmenaccounts, Genehmigungsprozesse), Page Builder für visuelle Content-Erstellung, erweiterte Kundensegmentierung und Personalisierung, Staging und Preview für geplante Änderungen sowie Adobe Sensei KI für Produktempfehlungen und Suche.

Adobe Commerce ist als Cloud-Version (Adobe Commerce Cloud) und als On-Premise-Installation verfügbar. Die Cloud-Version beinhaltet Hosting, CDN und automatische Updates.

Kosten: Adobe Commerce Cloud ist lizenzbasiert und richtet sich nach dem Jahresumsatz des Shops. Typische Einstiegspreise liegen bei ca. 2.000 €/Monat aufwärts – die genauen Konditionen werden individuell vereinbart.

Vor- und Nachteile von Magento / Adobe Commerce

Vorteile

Magento bietet maximale Flexibilität und Skalierbarkeit – von kleinen Shops bis zu Enterprise-Lösungen mit Millionenumsätzen. Das System unterstützt Multi-Store und Multi-Language nativ. Die SEO-Funktionen sind hervorragend und das Plugin-Ökosystem (Marketplace) bietet tausende Erweiterungen. Die API-First-Architektur ermöglicht Headless Commerce und PWA (Progressive Web Apps über PWA Studio). Die starke B2B-Unterstützung in Adobe Commerce setzt sich von vielen Wettbewerbern ab. Die Integration in die Adobe Experience Cloud bietet Zugang zu Analytics, Target und weiteren Enterprise-Tools.

Nachteile

Magento ist technisch komplex – Installation, Konfiguration und Wartung erfordern spezialisierte Entwickler. Die Hosting-Anforderungen sind hoch, und die Performance muss aktiv optimiert werden. Die Agenturkosten sind deutlich höher als bei anderen Shopsystemen – Stundensätze spezialisierter Magento-Agenturen liegen bei 120–180 Euro. Adobe Commerce Cloud ist ausschließlich für Unternehmen mit entsprechendem Budget geeignet. Die Community um Magento Open Source ist in den letzten Jahren kleiner geworden, da viele Entwickler zu Shopify und Shopware gewechselt sind.

Für welche Zielgruppe ist Magento die richtige Wahl?

Magento / Adobe Commerce ist ideal für große Onlineshops mit hohem Traffic und komplexen Anforderungen, für internationale Unternehmen mit Multi-Store- und Multi-Währungs-Bedarf, für B2B-Unternehmen mit individuellen Preisstrukturen und Genehmigungsprozessen sowie für Unternehmen, die bereits andere Adobe-Produkte (Analytics, Target) nutzen.

Für wen eignet sich Magento nicht?

Für Einsteiger, kleine Shops und Unternehmen mit begrenztem Budget ist Magento nicht die richtige Wahl. Die Komplexität des Systems erfordert professionelle Entwickler, und die laufenden Kosten für Hosting, Wartung und Agentur übersteigen schnell das Budget kleinerer Projekte. Für diese Zielgruppe empfehlen wir Shopify, WooCommerce oder Gambio als deutlich kosteneffizientere Alternativen.

Magento Kosten im Überblick 2026

Magento Open Source: Lizenz: kostenlos Hosting: ab 50–150 €/Monat (spezialisiertes Magento-Hosting empfohlen) Agentur-Setup: ab 15.000–50.000 € (je nach Projektumfang) Laufende Wartung: 500–2.000 €/Monat

Adobe Commerce Cloud: Lizenz: ab ca. 2.000 €/Monat (abhängig vom Jahresumsatz) Hosting: inklusive Agentur-Setup: ab 30.000–100.000 €+ Laufende Wartung: 1.000–5.000 €/Monat

Agentur-Stundensätze: Spezialisierte Magento-Agenturen: 120–180 €/Stunde Freelancer mit Magento-Erfahrung: 80–140 €/Stunde

Wo erhält man Informationen zu Magento?

Die wichtigsten Anlaufstellen sind die offizielle Adobe Commerce Dokumentation (devdocs.magento.com), der Magento Marketplace für Erweiterungen, die Magento Community auf GitHub, Stack Overflow und die regelmäßigen Adobe Commerce Events und Webinare.

Fazit

Magento / Adobe Commerce bleibt 2026 das Shopsystem der Wahl für Enterprise-E-Commerce. Wer maximale Flexibilität, Skalierbarkeit und B2B-Funktionalität benötigt, findet in Magento eine unübertroffene Lösung. Der Preis dafür ist eine hohe Komplexität und entsprechende Agentur- und Betriebskosten. Für mittelständische Unternehmen im DACH-Raum ist Shopware 6 oft die bessere Alternative – vergleichbare Funktionalität bei deutlich geringerem Aufwand.