Die Kosten für einen Onlineshop können stark variieren – von unter 50 Euro pro Monat für einen einfachen Shop bis zu sechsstelligen Beträgen für Enterprise-Lösungen. In diesem Ratgeber schlüsseln wir alle Kostenfaktoren transparent auf und zeigen, mit welchem Budget Sie 2026 realistisch rechnen sollten.
Die wichtigsten Kostenfaktoren im Überblick
Die Gesamtkosten eines Onlineshops setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen: Shopsystem, Hosting, Design, Einrichtung, laufender Betrieb, Zahlungsabwicklung und Marketing. Je nach gewähltem Ansatz – vom Baukastensystem bis zur individuellen Agenturlösung – unterscheiden sich die Kosten erheblich.
1. Shopsystem-Kosten
Das Shopsystem ist die technische Basis Ihres Shops. Die Kosten hängen davon ab, ob Sie eine SaaS-Lösung (Software as a Service) oder eine Open-Source-Lösung wählen.
SaaS- und Mietshop-Lösungen (monatliche Gebühr, Hosting inklusive):
Shopify ist ab 36 €/Monat (Basic) erhältlich und reicht bis 384 €/Monat (Advanced). Für Enterprise-Kunden gibt es Shopify Plus ab ca. 2.300 €/Monat. Jimdo startet ab 15 €/Monat, Wix eCommerce ab 27 €/Monat und Strato Webshop ab 22 €/Monat. IONOS (ehem. 1&1) bietet Einstiegsangebote ab 1 €/Monat, regulär ab 25 €/Monat. Lightspeed eCommerce beginnt ab 49 €/Monat, und PlentyONE (ehem. Plentymarkets) ab 59 €/Monat.
Open-Source-Lösungen (Lizenz kostenlos, aber Hosting und Einrichtung nötig):
WooCommerce ist als WordPress-Plugin komplett kostenlos. Shopware 6 Community Edition ist ebenfalls kostenlos verfügbar, die kommerziellen Editionen starten ab 600 €/Monat (Rise). Magento Open Source ist kostenlos, Adobe Commerce Cloud startet ab ca. 2.000 €/Monat. JTL-Shop Community Free ist kostenlos bis 500 Artikel, ab 50 €/Monat für den Standard-Tarif. Gambio bietet eine Cloud-Version ab 19,95 €/Monat oder eine Kauflizenz ab einmalig 199 €.
2. Hosting-Kosten
Bei SaaS-Lösungen wie Shopify, Jimdo oder Wix ist das Hosting im Preis enthalten. Bei Open-Source-Systemen müssen Sie Hosting separat buchen.
Shared Hosting eignet sich für kleine Shops und kostet 5–15 €/Monat. Managed WordPress Hosting für WooCommerce liegt bei 20–50 €/Monat. Spezialisiertes Managed Hosting für Shopware oder Magento kostet 30–100 €/Monat. Dedizierte Server für große Shops starten ab 80–300 €/Monat. Cloud Hosting (AWS, Google Cloud) ist variabel und beginnt ab ca. 50 €/Monat.
3. Design und Template
Ein ansprechendes Design ist entscheidend für den Erfolg Ihres Shops. Die Kosten variieren je nach Anspruch erheblich.
Kostenlose Themes stehen bei den meisten Shopsystemen zur Verfügung. Premium-Themes kosten einmalig 30–120 €. Ein individuelles Design von einem Freelancer liegt bei 1.000–5.000 €, während eine Agentur für ein individuelles Design 2.000–15.000 € berechnet. Für hochindividuelle Enterprise-Designs können die Kosten auf 15.000–50.000 € steigen.
4. Einrichtung und Setup
Die Einrichtungskosten hängen stark davon ab, ob Sie den Shop selbst aufsetzen oder eine Agentur beauftragen.
Bei SaaS-Lösungen wie Shopify oder Jimdo können Sie den Shop in Eigenregie einrichten – die Kosten liegen bei 0 € (nur Zeitaufwand). Ein Agentur-Setup für einen einfachen Shop kostet 3.000–8.000 €, ein mittlerer Shop mit individuellen Anpassungen 8.000–25.000 € und ein komplexer Shop mit ERP-Anbindung und individuellen Funktionen 25.000–100.000 € oder mehr.
5. Laufende Kosten (monatlich)
Neben dem Shopsystem und Hosting fallen weitere laufende Kosten an, die oft unterschätzt werden.
Eine Domain kostet 1–2 €/Monat, ein SSL-Zertifikat ist bei den meisten Hostern bereits inklusive (Let’s Encrypt). E-Mail-Hosting schlägt mit 1–5 €/Monat zu Buche. Rechtstexte über Anbieter wie die IT-Recht Kanzlei oder den Händlerbund kosten 10–20 €/Monat. Buchhaltungssoftware wie sevDesk oder lexoffice liegt bei 10–30 €/Monat. Ein Newsletter-Tool wie Mailchimp oder CleverReach ist ab 0–30 €/Monat erhältlich. SEO-Tools kosten 0–100 €/Monat, und eine Warenwirtschaft reicht von 0 € (JTL-Wawi ist kostenlos) bis 300 €/Monat für andere Anbieter.
6. Zahlungsabwicklung (Transaktionsgebühren)
Bei jedem Verkauf fallen Transaktionsgebühren an – ein wichtiger Kostenfaktor, der mit steigendem Umsatz wächst.
PayPal berechnet 2,49 % + 0,35 € pro Transaktion im Standardtarif. Stripe liegt bei 1,5 % + 0,25 € für EU-Karten. Klarna kostet je nach Zahlungsart 1,99–3,29 % + 0,35 €. Shopify Payments berechnet 1,5–2 % + 0,25 € je nach Tarif. SEPA-Lastschrift ist am günstigsten mit ca. 0,25–0,35 € pro Transaktion.
7. Marketing-Budget
Ein Onlineshop ohne Marketing ist wie ein Laden ohne Schaufenster. Planen Sie von Anfang an ein monatliches Marketingbudget ein.
Für Google Ads sollten Sie mindestens 300 €/Monat einplanen. Social Media Ads (Facebook, Instagram, TikTok) starten ab ca. 200 €/Monat. SEO über eine Agentur kostet 500–3.000 €/Monat, in Eigenregie mit Tools 0–100 €/Monat. E-Mail-Marketing liegt bei 0–50 €/Monat. Amazon-Marketplace-Gebühren betragen 39 €/Monat Grundgebühr plus 7–15 % Provision pro Verkauf.
8. Agentur-Stundensätze 2026
Wenn Sie mit Profis zusammenarbeiten, sind dies die aktuellen Stundensätze: Junior-Freelancer berechnen 50–80 €/Stunde, Senior-Freelancer 80–130 €/Stunde. Mittelständische Agenturen liegen bei 100–160 €/Stunde und Enterprise-Agenturen bei 150–250 €/Stunde. Spezialisierte Magento-Agenturen sind am teuersten mit 120–180 €/Stunde.
9. Gesamtkosten: 5 typische Szenarien
Damit Sie die Kosten besser einschätzen können, haben wir fünf typische Szenarien zusammengestellt.
Szenario 1: Minimaler Shop (SaaS, Eigenregie) Einmalige Kosten: 0–500 €. Laufende Kosten: 50–100 €/Monat. Typisch für: Hobby-Verkäufer, Testballon, erste Gehversuche. Empfohlenes System: Shopify Basic, Jimdo oder Gambio Cloud.
Szenario 2: Kleiner professioneller Shop Einmalige Kosten: 100–500 €. Laufende Kosten: 100–250 €/Monat. Typisch für: Einzelunternehmer, Nischenprodukte, Handmade. Empfohlenes System: Shopify, WooCommerce oder Gambio.
Szenario 3: Mittlerer Shop mit Agentur Einmalige Kosten: 5.000–15.000 €. Laufende Kosten: 200–500 €/Monat. Typisch für: KMU mit eigenem Sortiment, regionale Händler. Empfohlenes System: Shopware 6 Community, WooCommerce oder JTL-Shop.
Szenario 4: Professioneller Multichannel-Shop Einmalige Kosten: 15.000–50.000 €. Laufende Kosten: 500–2.000 €/Monat. Typisch für: Mittelstand, Multichannel (eigener Shop + Marktplätze). Empfohlenes System: Shopware 6, JTL-Shop mit Wawi oder PlentyONE.
Szenario 5: Enterprise-Shop Einmalige Kosten: 50.000–200.000 €. Laufende Kosten: 2.000–10.000 €/Monat. Typisch für: Große Unternehmen, international, komplexe Anforderungen. Empfohlenes System: Adobe Commerce, Shopware Beyond oder Spryker.
Übrigens: Wer nicht nur einen Onlineshop, sondern eine Multi-Vendor-Plattform plant, sollte mit deutlich höheren Kosten rechnen. Mehr dazu in unserem Beitrag über Plattformen für Startups.
10. Spartipps für Gründer
Wer mit begrenztem Budget startet, kann mit diesen Tipps Kosten sparen: Starten Sie mit einer SaaS-Lösung wie Shopify – kein Hosting, kein Setup, sofort loslegen. Nutzen Sie kostenlose Themes statt individueller Designs. Verwenden Sie kostenlose Tools für SEO, Newsletter und Buchhaltung zum Einstieg. Setzen Sie auf JTL-Wawi als kostenlose Warenwirtschaft. Investieren Sie lieber in Marketing als in teure Technik – ein einfacher Shop mit gutem Marketing verkauft besser als ein teurer Shop ohne Besucher.
Fazit
Was ein Onlineshop kostet, hängt von Ihren Anforderungen, Ihrem technischen Wissen und Ihren Wachstumszielen ab. Für einen soliden Start reichen 2026 oft weniger als 100 € pro Monat. Wer professionell und mit Agentur arbeitet, sollte mit einem fünfstelligen Initialbudget und laufenden Kosten von mehreren Hundert Euro pro Monat rechnen. Der wichtigste Rat: Starten Sie schlank, testen Sie Ihren Markt, und investieren Sie erst dann in teurere Lösungen, wenn der Umsatz es rechtfertigt.
Nutzen Sie unseren kostenlosen Onlineshop-Kostenrechner oben auf dieser Seite, um eine erste Schätzung für Ihr Projekt zu erhalten.


