Mittlerweile wird es Einsteigern im eCommerce relativ einfach gemacht, einen eigenen Onlineshop zu erstellen. Sie brauchen lediglich einen zuverlässigen Lieferanten, tolle Produkte und ein Shopsystem, das die notwendigen Funktionen abdeckt. Das hört sich einfach an – in der Praxis ist der Aufwand dann aber oft doch höher, als ursprünglich gedacht. Jetzt erfahren Sie, wie Sie richtig vorgehen, wenn Sie einen Onlineshop erstellen möchten!

1. Schritt: Am Anfang steht das Produkt

Bevor weitere Überlegungen einen Sinn machen, sollten Sie sich zunächst darüber im Klaren sein, welche Produkte Sie online vertreiben möchten. Dabei gibt es verschiedene Produktstrategien, die Sie verfolgen können, beispielsweise:

exklusive Produkte: Sie verkaufen als einziger ein exklusives Produkt (weltweit oder in Deutschland).
Nischenprodukte: Sie konzentrieren sich auf eine bestimmte Nische und damit auf Produkte mit geringer Nachfrage – hier haben Sie mit wenig Konkurrenz zu kämpfen (z. B. Zubehör für die Haltung von Bartagamen).
Individualisierbare Produkte: Sie bieten ein Produkt an, das der Kunde selbst nach seinen Wünschen gestalten oder zusammenstellen kann (z. B. Schokolade mit den persönlichen Wunschzutaten).

Neben diesen reinen Produktstrategien können Sie alternativ nahezu beliebige Produkte verkaufen und sich entweder über besonders günstige Preise oder aber über einen besonderen Service von der Konkurrenz abheben. Beachten Sie allerdings, dass die Preisführerschaft oftmals nur von kurzer Dauer und für ein langfristiges eCommerce-Projekt eine schlechte Basis ist.

Redaktionstipp:

Wenn Sie Ihren Onlineshop erstellen, können Sie ein sehr großes Sortiment anbieten und den Gewinn vor allem durch die Masse steigern. Bedenken Sie aber den Rattenschwanz, der mit diesem Geschäftsmodell einhergeht. Sie brauchen viel Kapital und müssen mit einem enormen Aufwand für die Verwaltung von Bestellungen, Verpackung und Versand von Waren, Lagerung, Produktbeschreibungen und viele weitere Aufgaben rechnen.

2. Schritt: Was macht die Konkurrenz?

Nun wird es Zeit, sich mit der Konkurrenz auseinanderzusetzen. Finden Sie heraus, wie viele Onlineshops bereits dieselbe Nische bedienen oder die gleichen Produkte anbieten. Sehen Sie sich das Preisgefüge an, vergleichen Sie die Serviceleistungen und finden Sie heraus, wo Sie sich in diesem Wettbewerbsumfeld positionieren können. Stellt sich heraus, dass Sie der Konkurrenz kaum etwas entgegensetzen können, sollten Sie sich überlegen, ob dieses Geschäftsfeld das Richtige für Sie ist. Ist der gewählte Markt noch nicht überlaufen oder sie können sich abseits der Produkte einen Vorsprung vor den Wettbewerbern verschaffen (z. B. durch einen besonderen Service), können Sie es wagen, Ihre Pläne in die Tat umzusetzen.

3. Schritt: Den richtigen Lieferanten finden

Haben Sie sich entschieden, welche Produkte Sie in Ihr Sortiment aufnehmen möchten und bietet die Konkurrenzsituation ausreichend Chancen für Ihr Unternehmen, brauchen Sie einen Lieferanten. Insbesondere die Internetrecherche wird Sie auf der Suche nach Zulieferern aus Deutschland und der ganzen Welt unterstützen. Lassen Sie sich dabei von diesen Leitfragen unterstützen:

  • Bietet der Händler Dropshipping an?
  • Wie hoch sind die Transportkosten der Ware vom Händler zu Ihnen?
  • Welche Mengenrabatte kann er Ihnen einräumen?
  • Gibt es Mindestabnahmemengen (insbesondere für kleine Shops mit geringen Umsätzen relevant)?
  • Wie sehen die Zahlungsmodalitäten aus? Wird die Rechnungszahlung mit Zahlungsziel angeboten oder müssen Sie in Vorleistung treten?
  • Wie sehen die Preise im Vergleich zu anderen Lieferanten aus?
  • Wie ist die Qualität der Waren zu bewerten?
  • Wie genau werden zugesagte Liefertermine eingehalten?
  • Gibt es einen festen Ansprechpartner, der sich um Ihre Belange kümmert?

Für Einsteiger kann Dropshipping durchaus eine Option sein. Der Großhändler wickelt die bei Ihnen abgeschickten Bestellungen direkt ab und liefert die Waren in Ihrem Namen aus. Sie brauchen weder ein Lager noch eine entsprechende Logistik und der Start kann mit kleinem Kapital erfolgen. Allerdings kann sich Dropshipping auch zum Problem entwickeln, wenn die Handelsspannen nicht mehr ausreichen, der Dropshipping-Partner nicht zuverlässig ist oder Sie mit vielen Retouren konfrontiert werden. Wann Dropshipping für Sie eine gute Idee ist, erfahren Sie in unserem kostenlosen E-Mail-Tutorial „Einstieg ins eCommerce“.

4. Schritt: Onlineshop erstellen

Sobald Sie die Basis für Ihr Unternehmen gelegt haben und wissen, was Sie wann und an wen verkaufen wollen, sollten Sie einen Onlineshop erstellen, mit dem Sie all Ihre Ideen umsetzen können.

Mietshop, Open Source oder Marktplatz?

Noch ehe Sie die verschiedenen Anbieter vergleichen können, sollten Sie prüfen, welche Art von Shopsystem sich am besten für Ihren Onlineshop eignet. Dies hängt vor allem von Ihrem Budget und Ihren Vorkenntnissen und Erfahrungen ab:

Shoplösung Beschreibung Vorteile Geeignet für
Mietshop Sie mieten zum monatlichen Fixpreis eine bereits fertig eingerichtete Shoplösung, mit der Sie sofort loslegen können. geringe, monatliche Kosten, kein technisches Know-how notwendig, Service seitens des Anbieters Einsteiger ohne Budget und/oder ohne Erfahrung
Marktplatz (z. B. Amazon, eBay) Sie zahlen eine monatliche Pauschale sowie eine kategorieabhängige Provision und können Ihre Produkte im Gegenzug über eine namhafte Plattform verkaufen. minimaler Marketing-Aufwand, hohe Reichweite, hohes Umsatzpotenzial, automatisierte Abwicklung Einsteiger ohne Budget und/oder ohne Erfahrung

Einsteiger mit Budget und Profis, idealerweise als zusätzlicher Verkaufskanal
Open Source Software Mit einer freien Open Source Software den Onlineshop zu erstellen, erfordert viel technisches Verständnis oder die Zusammenarbeit mit einer Agentur. keine laufenden Lizenzkosten, Unabhängigkeit vom Hersteller, flexible Anpassung, beste Skalierbarkeit Unerfahrene Einsteiger mithilfe einer Agentur
Profis
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Ziehen Sie den Einsatz einer Open Source Software in Erwägung, sollten Sie als Einsteiger eine professionelle Agentur an Ihrer Seite wissen. Gerade zu Beginn unterschätzt man oftmals nicht nur den eigenen Funktionsbedarf, sondern insbesondere den Aufwand und das notwendige Know-how, um einen Onlineshop zu erstellen und zu individualisieren.

Welche Funktionen wirklich wichtig sind

Die Grundfunktionalität aller Shopsystems ist natürlich identisch: Sie können Produkte in Kategorien ablegen, sie mit Produktfotos versehen und Bestellungen über ein Backend abwickeln. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Features, die Ihnen die Vermarktung Ihrer Produkte erleichtern oder dem Kunden seinen Einkauf angenehmer gestalten. Hierzu gehören beispielsweise diese Features:

Bereich Funktionen
Artikel Verkauf digitaler Produkte, Artikelvarianten, Bundles, Gundpreisberechnung, Import-/Export-Funktionalität, Cross Selling, Grafik- und Videomaterial, individualisierbare Artikel
Internationaler Verkauf Mehrsprachigen Onlineshop erstellen, Unterstützung mehrerer Währungen, Angebot von ausländischen Liefer- und Zahlungsmöglichkeiten, Übersetzungstools
SEO-Unterstützung Sprechende URLs, Meta-Angaben, Canonical-Attribut, interne Verlinkung, Content-Management, Rich Snippets, Sitemap
Schnittstellen zu Drittanbietern Payment-Anbieter (z. B. PayPal, Amazon Payments)

Warenwirtschaft (z. B. Lexware, afterbuy)

Preisvergleiche (z. B. Google Shopping, guenstiger.de)

Marktplätze (z. B. Amazon, eBay)

Prüfsiegel (z. B. eKomi, Trusted Shops)

Tracking und Analyse (z. B. Google Analytics, eTracker)

Rechtsanbieter (z. B. janolaw, Händlerbund)
Marketing Cross- und Upselling, Gutscheine und Coupons, Staffelpreise, Social Commerce, Produktbewertungen, Preissuchmaschinen, Versand von Newslettern, Abonnements, Affiliate-Systeme, Geschenkgutscheine, Bonus- und Treueprogramme
Mobile Verfügbarkeit Mobile Bedienbarkeit via App oder Web App, Responsive Design
Statistiken & Tracking Funktionen zur Definition und Nachverfolgung individueller Ziele, Auswertung von Daten

Relevant ist dabei auch die Frage, inwieweit sich ein Shopsystem erweitern lässt. Möchten Sie klein einsteigen, sich aber ein Wachstum offenhalten, sollten Sie einen Onlineshop erstellen, dessen Funktionen mitwachsen. Anfänglich weist er noch ein reduziertes, gut zu überblickendes Funktionsangebot auf, perfekt zugeschnitten auf Einsteiger. Bei Bedarf buchen Sie einfach weitere Module hinzu. Ist eine modulare Erweiterung nicht möglich, werden Sie vielleicht schon bald an Ihre Grenzen stoßen und müssen einen neuen Onlineshop erstellen.

Unsere Empfehlung für Einsteiger: Jetzt Onlineshop erstellen

Wenn Sie sofort durchstarten möchten, ohne erst lange nach einer Agentur suchen oder sich einarbeiten zu müssen, können Sie mit diesen Partnern einen gemieteten Onlineshop erstellen:

Jimdo Shop: Der Jimdo Shop ist die perfekte Lösung für Einsteiger, die vorerst nur minimale Ansprüche haben. Bei nur wenigen Produkten ist er sogar kostenfrei, schon für 15 Euro erhalten Sie deutlich mehr Funktionen. Wenn Sie sofort loslegen und sich nicht lange mit unnötigen Konfigurationsarbeiten beschäftigen wollen, ist der Jimdo Shop die richtige Wahl für Sie.

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lightspeed: Möchten Sie einen Onlineshop erstellen, bei dem Sie im Funktionsumfang auf nichts verzichten müssen, ohne jedoch den Aufwand einer Open Source-Lösung akzeptieren zu müssen, könnte lightspeed eine Option für Sie sein. Für kleine Shops mit bis zu 50 Produkten ist der lightspeed Starter für 49 Euro monatlich die richtige Wahl. Weitere wertvolle Funktionen wie ein professionelles Retouren-Management oder Produktfilter sowie die Möglichkeit, deutlich mehr Produkte zu listen, erhalten Sie für 89 bis 189 Euro monatlich mit den Versionen für Fortgeschrittene und Profis.

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5. Schritt: Sicher vor Abmahnungen

Beschäftigen Sie sich als Onlinehändler nicht ausreichend mit den rechtlichen Gegebenheiten, müssen Sie quasi ständig mit einer wettbewerbsrechtlichen Abmahnung rechnen. Insbesondere die Widerrufsbelehrung und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind sehr fehleranfällig – dabei rufen schon kleinste Fehler die Konkurrenz auf den Plan.

Stellen Sie deshalb sicher, dass das verwendete Shopsystem auf den deutschen Markt zugeschnitten ist und die gängigen rechtlichen Voraussetzungen abdeckt. Bei Systemen, die im Ausland programmiert werden, ist dies oftmals nicht der Fall, beispielsweise bei Magento.

Damit Ihnen Ihre Wettbewerber aus den AGB und der Widerrufsbelehrung keinen rechtlichen Strick drehen können, können Sie auf spezialisierte Anbieter zurückgreifen, die Ihren Onlineshop in Echtzeit mit aktuellen Rechtstexten versorgen. Sie müssen sich um nichts kümmern.

informieren Was müssen Sie bei Rechtstexten beachten?informieren

6. Schritt: Verkaufsförderung mit Produktbeschreibungen und -fotos

Das größte Problem beim Verkauf über Ihren erstellten Onlineshop ist die mangelnde persönliche Erfahrung der Besucher. Ihr Kunde kann sich das Produkt weder live ansehen oder es anfassen, noch erhält er eine persönliche Beratung durch einen Verkäufer. Ihren Absatz fördern können Sie deshalb insbesondere mit aussagekräftigen Produktbeschreibungen und Fotos vom Produkt, die kein Detail auslassen. Wenn Sie einen Onlineshop erstellen, sollten Sie diese wichtigen Tipps für Ihre Produkttexte und -fotos beherzigen:

Die Produktbeschreibungen sollten möglichst viele nützliche Informationen zum Produkt verraten, z. B. Hinweise zur Nutzung, Qualität und Verarbeitung, Reinigung oder Nutzen des Artikels.
Produktbeschreibungen sind immer auch Ratgeber – sie sollten nach Möglichkeit alle Fragen beantworten, die sich dem Nutzer bei der Betrachtung stellen könnten.
Jede Produktbeschreibung sollte einzigartig sein. Übernehmen Sie keine Texte vom Hersteller, um sich von der Konkurrenz abzuheben.
Fertigen Sie eigene (!) Produktfotos an, die das Produkt von verschiedenen Seiten und aus mehreren Perspektiven zeigen sowie alle wichtigen Details präsentieren.
Nutzen Sie zusätzlich zu Produktfotos spannende Medien wie eine 360°-Rundumansicht, eine Zoom-Funktion oder ein Video, das den Artikel im Einsatz zeigt.

Wenn Sie mit Ihren Produktbeschreibungen und Artikelfotos überzeugen und wirklich verkaufen möchten, sollten Sie sich für unser kostenfreies E-Mail-Tutorial „Einstieg ins eCommerce“ einschreiben und sich die besten Tipps abholen.

7. Schritt: Vergessen Sie das Marketing nicht

Leider sind Onlineshops keine Selbstläufer, durch die sich die Artikel wie von selbst verkaufen. Deshalb bieten Shopsysteme zahlreiche Möglichkeiten des Marketings. Sie sollten insbesondere diese Bausteine in Ihr Marketingkonzept aufnehmen:

Suchmaschinenoptimierung: Die Suchmaschinenoptimierung ist ein wichtiger Bestandteil des Marketings, um gute Platzierungen in den organischen Suchergebnissen von Google zu erreichen. Wenn Sie Ihren Onlineshop erstellen und pflegen berücksichtigen Sie beispielsweise keywordoptimierte Texte, setzen Rich Snippets ein und planen das Linkbuilding ein.
Marktplätze: Auf Marktplätzen wie Amazon oder eBay können Sie zusätzlich zum eigenen Onlineshop Ihre Produkte anbieten. Viele Shopsysteme bieten hierfür sogar eine spezielle Anbindung, damit Sie dennoch alles zentral abwickeln können. Aufgrund der enormen Reichweite und des einfachen Verkaufs ist insbesondere Amazon interessant. Allerdings kann dieser Marktplatz auch viel Stress bedeuten – wegen außerordentlich kurzer Reaktions- und Versandzeiten.
Google AdWords: Über Google AdWords schalten Sie Anzeigen in den Google Suchergebnissen. Sie zahlen nur dann, wenn ein möglicher Interessent auf die Anzeige klickt und so auf Ihre Seite gelangt. Der Erfolg einer Google AdWords-Kampagne hängt maßgeblich davon ab, dass die Keywords durchdacht gewählt werden, die Anzeigentexte gut formuliert sind und die dadurch erreichten Landingpages den Besucher richtig abholen.
Social Media: In Social Media-Kanälen wie Facebook oder Twitter treten Sie mit Ihren Kunden und Interessenten in Kontakt. So steigern Sie Ihren Bekanntheitsgrad.
Affiliate Marketing: Affiliates sind Empfehlungsgeber, die auf ihren eigenen Websites für Ihr Unternehmen oder Ihre Produkte Werbung treiben. Kommt über sie eine Bestellung (oder je nach Zieldefinition auch ein anderer Lead) zustande, erhalten die Affiliates eine zuvor vereinbarte Provision. Gute Affiliates sind echte Multiplikatoren, die Ihre Umsätze steigern und Ihr Unternehmen bekannter machen können.
Newsletter Marketing: Newsletter können – richtig ausgeführt – ein enormes Potenzial bedeuten. Sie sind das Instrument für die Bestandskundenpflege schlechthin. Denken Sie nur an den Produktlebenszyklus – kauft eine Frau heute einen Damenrasierer, wird sie in wenigen Monaten neue Rasierklingen brauchen.

Wie Sie Ihre Verkäufe im eigenen Onlineshop sukzessive wachsen lassen, zeigen Ihnen unsere 52 Expertentipps rund um die Umsatzsteigerung – fordern Sie sie jetzt an!

8. Schritt: Zahlung und Versand für die Bestellabwicklung

Bereits zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die zur Auswahl stehenden Zahlungsmethoden die Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen. Wird die Zahlung auf Rechnung angeboten, führt dies zu rund 80 Prozent weniger Kaufabbrüchen. Die Entscheidung über die angebotenen Bezahlmethoden ist somit keine zufällige, sondern sollte genauestens durchdacht werden. Bieten Sie Ihren Nutzern mehrere Optionen an, sodass derjenige, der kein PayPal-Konto hat, dennoch bei Ihnen einkaufen kann.

In der Praxis kann es sich lohnen, neben den Standardzahlungsmethoden wie Vorkasse, Rechnung oder Nachnahme auch moderne Payment-Anbieter wie PayPal oder Skrill mit ins Boot zu holen. Welche Vor- und Nachteile diese Payment Service Provider haben können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Das Thema Versand ist in erster Linie ein Finanzielles: So kostengünstig und so schnell wie möglich soll er aus Sicht des Kunden sein. Machen Sie sich Gedanken darüber, wie Sie die Versandkosten berechnen wollen:

  • Kostenfreier Versand: Verschicken Sie alle Artikel ohne Aufpreis und schlagen Sie einen Versandkostenanteil auf alle Artikel auf (Achtung, dadurch macht die Konkurrenz bei Preisvergleichen Boden gut!).
  • Pauschaler Betrag: Der Versand kostet immer eine feste Pauschale, egal ob einer oder hundert Artikel bestellt werden. Für Kunden, die nur Kleinstartikel bestellen, fühlt sich diese Variante unfair an.
  • Staffelung nach Gewicht: Je schwerer die Waren sind, desto teurer wird der Versand. Diese Variante ist besonders fair, aber auch besonders aufwendig, weil Sie für jedes Produkt einzeln das Gewicht erfassen müssen.
  • Staffelung nach Preis: Je höher der Warenwert ist, desto günstiger werden die Versandkosten. Auch diese Lösung hat ihre Tücken, denn ein teures Schmuckstück, das sich für 5 Euro versichert verschicken ließe, kostet so aufgrund des Warenwerts vielleicht stattdessen 15 Euro Versand.

9. Schritt: Informieren Sie sich über die Kosten

Grundsätzlich brauchen Sie nicht viel Geld, um einen Onlineshop zu erstellen, sofern es sich um einen Mietshop handelt. Teuer wird es allerdings dann, wenn es um den Betrieb und die Vermarktung geht. Je nachdem, welche Strategien Sie verfolgen, müssen Sie unter anderem mit diesen Kosten rechnen:

  • Lizenzkosten für einen Mietshop
  • Agenturkosten für Open Source Shop und/oder Designanpassungen
  • gegebenenfalls Kosten für zusätzliche Module
  • Provisionen und Einstellgebühren für den Verkauf über Marktplätze
  • Gebühren für Payment Service Provider
  • Listungsgebühren für Preisvergleiche und Shoppingportale
  • monatliche Gebühren für Rechtstext-Anbieter
  • Kosten für die Erstellung von Produkttexten und -fotos
  • Kosten für Suchmaschinenoptimierung
  • Provisionen für Affiliate-Marketing
  • Pay-per-Click-Kosten für Google AdWords
  • Kosten für das Hosting

Wie viel es Sie kosten wird, wenn Sie einen Onlineshop erstellen möchten, lässt sich nicht pauschal sagen. Beschränken Sie sich auf einen Mietshop mit kleinem Funktionsumfang und Standardtemplate und machen Sie vorerst nahezu alles selbst, kommen Sie mit etwas Glück insgesamt schon mit 50 bis 150 Euro im Monat klar. Für eine professionelle Selbstständigkeit ist das aber nicht realistisch. Für eine individuelle Open Source-Lösung müssen Sie sich je nach Anspruch auf etwa 5.000 bis 20.000 Euro alleine für die Erstellung des Onlineshops einstellen, auch bis zu 100.000 Euro sind keine Seltenheit. Wie so oft im Leben lautet die Antwort auf die Fragen nach den Kosten für die Shoperstellung: Es kommt darauf an!