An der Nutzung eines oder mehrerer Payment Service Provider kommen Shopbetreiber heute kaum mehr vorbei. Weit mehr als die Hälfte der Onlineshopper greift beim Einkauf im Internet auf e-Wallet-Lösungen, mobile Bezahlsysteme oder die Kreditkartenzahlung zurück. Um diese abwickeln zu können, benötigen Onlinehändler einen Payment Service Provider, der die erforderliche technische Basis zur Verfügung stellt. Sie unterhalten Verträge mit verschiedenen sogenannten Acquirern und sind so in der Lage, Zahlungen über mehrere technische Schnittstellen abzuwickeln. Zusätzlich bieten viele Payment Service Provider weiterführende Dienstleistungen an, beispielsweise das Risikomanagement, Factoring oder Inkasso. Bekannte Beispiele für Payment Service Provider sind PayPal, PAYONE, ogone oder Novalnet.

Welche Gebühren nehmen Payment Service Provider

Bei der Auswahl eines technischen Partners ist für Händler das jeweils vorherrschende Gebührenmodell essenziell. In der Branche sind mehrere Abrechnungsmodelle gängig, die sich allerdings nicht für jeden Händler gleichermaßen eignen. Grundsätzlich sind folgende Gebührenarten und -modelle zu unterscheiden:

  • einmalige Einrichtungs-/Setupgebühr
  • monatliche Bereitstellungs- oder Grundgebühr
  • variable Transaktionsgebühren, die bei der Zahlungsabwicklung anfallen (Berechnung pauschal oder prozentual in Abhängigkeit vom Wert der Zahlung)
  • Disagio als Einbehalt von der bezahlten Summe (Rechnungsbetrag wird abzüglich des Disagios an den Händler ausgezahlt)
  • Stornogebühr bei Stornierung einer Transaktion

Werden variable, vom Transaktionsumsatz abhängige Gebühren berechnet, belaufen sich diese in der Regel auf etwa 1,5 bis 3 Prozent, teilweise aber jedoch sogar bis zu 9 Prozent. Zusätzlich gibt es meist eine kleine Pauschale, die zusätzlich fällig wird und den Umsatz des Payment Service Providers bei geringen Beträgen sichern soll – sie bewegt sich gewöhnlich zwischen 0,20 Euro und 1 Euro. Einrichtungs- oder Setupgebühren können sich auf bis zu 500 Euro belaufen, wobei es aber auch viele Anbieter gibt, bei denen diese entfällt. Hinsichtlich der monatlichen Grundgebühren können die Händler meist zwischen mehreren Preismodellen wählen. Mit steigender Grundgebühr steigt beispielsweise die Anzahl der Inklusiv-Transaktionen pro Monat oder sinken die Transaktionskosten.

Darüber hinaus sollten Händler, die vor der Entscheidung für oder gegen einen Payment Service Provider stehen, weitere Überlegungen hinsichtlich der Kostenbelastung einbeziehen. Neben den direkten Gebühren für den Anbieter der Zahlungsschnittstelle können zusätzliche Kosten für neue Hard- und Software anfallen. Zudem sollte im Vorfeld geklärt werden, wie der Anbieter mit der Rückabwicklung eines Auftrags umgeht. Bei einigen Anbietern werden die bezahlten Gebühren rückerstattet. Teilweise wird dann stattdessen eine gewöhnlich geringere Stornogebühr berechnet.

Ob sich eher die Abrechnung über eine Pauschale pro abgewickelter Zahlung oder eine prozentual vom Auftragswert berechnete Gebühr lohnt, hängt von verschiedenen Größen ab, unter anderem vom durchschnittlichen Auftragswert und von der Anzahl der abgewickelten Zahlungen.

Welche Vorteile bieten Payment Service Provider?

Der Hauptgrund, warum Unternehmer auf Payment Service Provider zurückgreifen, ist die Reduzierung des Aufwands für die Implementierung von Bezahlverfahren in ihren Onlineshop. Sie können mit nur einem Schritt mehrere Bezahldienstleister technisch in ihren Shop implementieren, ohne mit jedem Acquirer einzeln verhandeln und die jeweiligen technischen Maßnahmen umsetzen zu müssen.

Darüber hinaus profitieren Onlinehändler von folgenden weiteren Vorteilen:

  • Inanspruchnahme zusätzlicher Dienstleistungen (z. B. Risikomanagement, Inkasso)
  • Entlastung bei der Erfüllung der hohen Sicherheitsanforderungen, die Kreditkartenunternehmen an Händler stellen
  • weitgehend reibungsloser Ablauf von Zahlungen
  • hohe Akzeptanz auf Seiten der Kunden
  • sinkende Zahl der Kaufabbrüche durch größere Auswahl an sicheren Bezahlverfahren
  • weniger Zahlungsverzögerungen bzw. -ausfälle
  • Zuschaltung weiterer Zahlungsmöglichkeiten nahezu ohne technischen Aufwand jederzeit möglich
  • Kreditkartenzahlung auch ohne PCI-DSS-Zertifizierung

Die meisten Payment Service Provider bieten die Möglichkeit, zusätzlich ein Risikomanagement in Anspruch zu nehmen. Dieses ermöglicht es dem Shopbetreiber, in Echtzeit während des Checkouts zu ermitteln, wie die Bonität des Kunden eingeschätzt wird. Hierfür rufen die Anbieter verschiedene Quellen ab, beispielsweise die Schufa-Akte des Kunden sowie Informationen über Inkassoverfahren oder abgegebene eidesstattliche Versicherungen in der Vergangenheit. Nur wenn die Bonität als gut eingeschätzt wird, werden dem Kunden während des Checkouts alle Bezahlverfahren zur Wahl gestellt. Kunden mit schlechter Bonität können beispielsweise auf die Zahlung per Rechnung oder die Lastschrift nicht zurückgreifen.

Welche Nachteile haben Payment Service Provider?

Auch wenn die Vorteile überwiegen, so gibt es auch ein paar Nachteile:

  • hohe Gebühren – der größte Nachteil der Kooperation mit einem Payment Service Provider sind die meist umsatzabhängigen Gebühren. Da nicht nur Fixkosten, sondern zugleich auch noch variable Kosten bei jeder Transaktion anfallen, müssen Händler diese hinsichtlich ihrer Kalkulation berücksichtigen.
  • Einbehaltungszeitraum – Je nach Payment Service Provider werden die Rechnungsbeträge erst ein paar Tage oder Wochen später ausgezahlt, was die Liquidität belastet.
  • technische Integration – je nach Shopsystem und Payment Service Provider kann die technische Integration eine Herausforderung sein. Im Zusammenspiel mit anderen Services wie z.B. der Shop-Zertifizierung durch Trusted Shops, kann einiges an Kommunikation mit dem Payment Service Provider nötig sein.

Die wichtigsten Kriterien für die Auswahl eines Payment Service Providers

Bei der Auswahl eines Payment Service Providers ist auf die Details zu achten. Insbesondere die folgenden Auswahlkriterien spielen hierbei eine Rolle:

  • Gebührenmodell
  • Auswahl der umsetzbaren Bezahlverfahren
  • Zeitspanne bis zur Ausschüttung der abgewickelten Beträge (Einbehaltungszeitraum)
  • Verbreitung, Marktdurchdringung und Akzeptanz des Anbieters
  • technische Umsetzbarkeit der Zahlungsschnittstelle
  • Notwendigkeit des Risikomanagements in Echtzeit
  • Verfügbarkeit eines Moduls für die verwendete Shopsoftware, um die Anbindung möglichst einfach zu gestalten
  • Höhe der Integrationskosten des Payment Service Providers
  • Ausbau der Sicherheitsstandards im Shop nötig? (PCI-DSS-Zertifizierung ist ein Muss)
  • Möglichkeit der Abwicklung internationaler Zahlungen
  • Supportleistungen
  • Abwicklung von Zahlungen im Bereich von Micro- und Macropayment
  • Abwicklung von Mobile Payment
  • Angebot an weiterführenden Dienstleistungen

Dienstleistungen von Payment Service Providern

Neben der reinen Abwicklung von Zahlungen bieten Payment Service Provider zusätzliche Dienstleistungen an, die es Onlinehändlern erlauben, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Teilweise werden sie kostenfrei zur Verfügung gestellt, gewöhnlich sind sie aber mit zusätzlichen Kosten verbunden. Je nach Anbieter kann der Händler beispielsweise aus folgenden Leistungen wählen:

  • Risikomanagement inklusive Adress- und Bonitätsprüfung, Blacklistprüfung, Scoring und Betrugsprävention
  • Debitorenmanagement (Rechnungsstellung, Zahlungseingangsüberwachung, Mahnwesen, bei Bedarf Weiterleitung an einen Inkasso-Dienst)
  • Zahlungsabwicklung in mehreren Sprachen und Währungen
  • flexible Zahlungsmodelle, z. B. gesplittete Zahlungen, Zahlungen zu einem bestimmten Zeitpunkt
  • Ankauf von Forderungen (Factoring)
  • Finanzdienstleistungen (z. B. Geschäftskonten, Währungsmanagement)
  • Call Center
  • Vertrags- und Abonnementmanagement

Ob und welche Leistungen gewünscht sind, muss im Einzelfall betrachtet werden. Letztendlich muss natürlich jede Leistung mitbezahlt werden, was i.d.R. über die Umsatzprovision passiert.

Realisierbare Zahlungsarten

Über Payment Service Provider lässt sich eine Vielzahl von Bezahlverfahren verwirklichen. In Deutschland sind insbesondere die folgenden Zahlungsarten besonders verbreitet:

  • Vorkasse bzw. Banküberweisung
  • Bezahlung per Rechnung
  • Kreditkarte (z. B. VISA, MasterCard, American Express)
  • Nachnahme
  • Lastschrift

Darüber hinaus können auch noch Debitkarten, Prepaid Cards (z. B. paysafecard), Mobile Payment-Lösungen (z. B. mpass) oder E-Wallets (z. B. PayPal, Skrill) über Payment Service Provider eingebunden werden.

Payment Service Provider Übersicht

Heidelberger Payment GmbH
MASTERPAYMENT AG
mPAY24 GmbH
mPAY24 GmbH
Mit mehr als 15 Jahren Erfahrung und über 2.000 zufriedenen Kunden bietet der führende Payment Service Provider (PSP) mPAY24 alles rund um das reibungslose Bezahlen im Internet. Ob Start-Up oder etablierter Händler, bei mPAY24 bekommen Sie die richtige Payment Lösung für Ihren Onlineshop: individuell und maßgeschneidert. Mit einer einzigen Schnittstelle wird ein breites Bündel an Online-Zahlungssystemen wie Online-Banking, Kredit-, Debit- und Prepaid-Karten sowie auch Lastschriften oder Wallets unterstützt. Consultingdienstleistungen und technischer Support für alle Fragen zum Thema Online-Payment runden das Portfolio ab.
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