Marketingmaßnahmen sind für einen Online Shop unerlässlich, gerade mit den immer stärker werdenden Online Shops wie Amazon & Co. Kundengewinnung und Kundenhaltung sind die beiden Ziele, welche sich ein Onlineshop auflegen sollte. Nur durch gute Qualität im Service, angemessene Preise, eine umfassende und stetige Bekanntheit des Shops, seiner Produkte und Leistungen können Verkaufszahlen gehalten und erreicht werden.

Affiliate Marketing ein wichtiger Bestandteil, um Kunden auf einen Onlineshop aufmerksam zu machen und diesen zu Käufen zu bewegen. In diesem Ratgeber soll es nun darum gehen, was das Affiliate Marketing ist und welche Maßnahmen es ergreift, um eine Kundengewinnung für Sie zu ermöglichen.

Was ist Affiliate Marketing?

Das Affiliate Marketing stammt ursprünglich aus den USA und wird in Deutschland gerne als Partnerprogramm deklariert. Ein Partnerprogramm lässt sich einfach ausgedrückt als internetbasiertes Provisionssystem beschreiben. Bezieht man das Provisionssystem auf eine Onlineshop, dann bezahlt dieser Shop eine zuvor ausgehandelte Provision an unterschiedliche Websitebetreiber, welche wiederum Besucher zum ihrem Shop leiten.
Wie unterscheidet sich das Affiliate Marketing nun von der normalen Bannerwerbung? Beim Affiliate Marketing ist die Provision erfolgsabhängig. Webseiten-Betreiber bekommen also nur dann eine Provision, wenn der vermittelte Kunde im Onlineshop etwas unternimmt oder kauft.

Webseiten-Betreiber die dem Onlineshop beispielsweise 1000 Kunden durch einen Werbebanner oder durch andere Werbung zusenden, können trotz dieser 1000 Kunden nur wenig Geld verdienen, wenn diese Kunden eine bestimmte Handlung nicht ausführen. Kaufen jedoch von diesen 1000 Kunden 5 Kunden etwas in dem besagten Shop greift das Provisionssystem.

Somit haben Onlineshop-Betreiber also einen Vorteil, denn eine Provision wir nur nötig, wenn der Kunde eine Handlung durchführt, wodurch der Onlineshop wiederum Geld einnimmt.

Was gehört zu Affiliate-Marketing?

Affiliate-Marketing beschreibt die Zusammenarbeit zweier Teilnehmer im Web. Die Teilnehmer werden als Publisher (Affiliate) und Merchant (Advertiser) genannt. Der Advertiser und der Publisher treffen sich in einer Vermittlungsstelle, welche als Affiliate-Netzwerk bekannt ist. Nachfolgend sollen die drei Bereiche genauer bezeichnet und beschreiben werden.

Publisher

Der Affiliate wird auch als Publisher bezeichnet. Es handelt sich im Affiliate Marketing um den Websitebetreiber. Der Publisher fungiert mit seiner Webseite als Schnittstelle zwischen dem Onlineshop und dem zukünftigen Kunden.
Der Publisher hat die Aufgabe auf seiner Webseite Werbeflächen zur Verfügung zu stellen. Auf den Werbeflächen müssen die Produkte des Onlineshops beworben werden. In den meisten Fällen nutzen Webseitenbetreiber dafür einen Link (Affiliate-Link). Der Affiliate-Link ist mit speziellen Parametern ausgestattet, damit der Publisher eindeutig vom Online Shop identifiziert werden kann. Klicken Kunden nun auf den Link, werden diese über das Netzwerk gezählt. Provisionen erhalten die Kunden nur, wenn Einkäufe des Kunden im Shop erfolgen.

Advertiser

Im Marketing wird der Advertiser auch Merchant genannt und stellt den Händler dar. Ins Deutsche übersetzt heißt Advertiser so viel wie „Werbetreibender“.
Was genau macht der Advertiser im Marketingkonzept? Seine Aufgabe ist es Werbeflächen auf fremden Webseiten zu verwenden, um Kunden auf die eigene Webseite, also den Onlineshop, zu ziehen. Werden durch die gesetzte Werbung Einnahmen erzielt zahlt der Onlineshop der Webseitenbetreiber eine vorher festgelegte Provision. Der Onlineshop-Betreiber kann somit die Reichweite der einzelnen Seiten nutzen.
Der Erfolg, welcher der Advertiser mit der Werbung erzielt, kann auf unterschiedliche Weise vergütet werden. Welche Aktionen der Kunde auf der Webseite (Shop) durchführt soll, sollte vor dem Start des Marketingkonzeptes festgelegt. Es kann sich dabei um den Kauf von Produkten handeln, die Kontaktaufnahme oder das Anklicken von bestimmten Bereichen.

Netzwerk/Software

Die Affiliate-Netzwerke sind die Verbindungsplattform zwischen dem Webseitenbetreiber und dem Online Shop. Die Netzwerke stellen beiden Partner die nötigen Voraussetzungen zur Verfügung, um Links setzen zu können und Vergütungen zu berechnen. Die Netzwerke ermöglichen die Zusammensetzung unterschiedlicher Leistungen.

Die Entwicklung verschiedener Partnernetzwerke hat sich in den letzten Jahren stark etabliert, die Auswahl sollte nach den Leistungen und den Kosten erfolgen.

(Kunde)

Die Kunden sind der Bestandteil, welcher für den Gewinn auf beiden Seiten verantwortlich erscheint. Beim Marketing ist es von Bedeutung, dass der Kunde die Webseite des Publisher besucht und dort den gesetzten Affiliate Link betätigt. Zusätzlich hat der Kunde nach dem Aufrufen des Online Shops die Gelegenheit auf der Seite unterschiedliche Aktionen durchzuführen, die dem Publisher eventuell eine Provision ermöglichen. Der durchschnittliche Online Kunde weiß im Nachhinein nicht, ob er nun über einen Affiliate Link gekauft hat oder nicht.

Abrechnungsmodelle im Affiliate-Marketing

Bei Affiliate-Marketing sind verschiedene Abrechnungsmodelle möglich. Unter dem Abrechnungsmodell versteht man die genaue Handlung des Kunden, die zu einer Einnahme führt. Die gängigsten Modelle wollen wir gerne etwas näher erklären, damit Sie als Shopbetreiber die Möglichkeit bekommen das passende Abrechnungsmodell zu wählen.

Pay per Click

Dieses Modell der Bezahlung wird nur sehr selten genutzt, denn die meisten Shopbetreiber wenden sich ab. Pay per Click sieht eine Bezahlung pro Klick vor. Bedeutet der Webseitenbetreiber, wird pro Klick auf den Affiliate-Link bezahlt. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Kunde im Shop etwas erwirbt oder nicht. Die Klickpreise beziehen sich oftmals nur auf einige Cent. Trotzdem kann es dazu kommen, dass der Kunde im Shop nichts erwirbt. Demnach würde der Onlineshop-Betreiber einen Klick bezahlen, ohne eine Einnahme zu verzeichnen. Bei Publishern sehr beliebt, bei den Händlern eher nicht, da die Kosten anfallen, aber die Einnahmen nicht konkret vorhergesagt werden können.

Ein Beispiel: Sie verkaufen Felgen im Internet – bieten Sie sehr preiswerte Felgen an, wird der Kunde grundsätzlich schneller etwas kaufen als wenn Sie individuell angefertigte Felgen für 10.000 Euro pro Stück anbieten. Gerade beim letzteren Shop kann es vorkommen, dass 10.000 Leuten die Seite besuchen, aber kein einziger aufgrund der eigenen Einkommensstruktur oder des fehlenden Bedarfs etwas kauft.

Pay per Sale

Bei diesem Modell der Vergütung bekommt der Webseitenbetreiber bei erfolgreicher Vermittlung eines Kunden, der im Online Shop einen Kauf tätigt, eine Vergütung. Die Vergütung kann unterschiedliche Maße einnehmen und wird vorab von beiden Parteien festgelegt.
Oftmals enthält dieses Vergütungskonzept einen zusätzlichen Bonus, der sich auf einen späteren Einkauf des Kunden bezieht. Sollte der Kunde beim ersten Besuch des Shops keinen Kauf tätigen, sondern erst beim Zweiten, kann der Webseitenbetreiber trotzdem eine Provision erhalten. Diese wird durch sogenannte Cookies ermöglicht. Der Kunde bekommt die Einblendung der Cookies angezeigt und bestätigt diese mit einem Klick. Die Gültigkeit der Bestätigung beläuft sich auf 30 bis 60 Tage, die Provision ist dabei im Regelfall prozentual festgelegt (z.B. 10% des Verkaufspreises), kann jedoch auch in Euro-Beträgen angegeben werden (z.B. 5 Euro, unabhängig davon wie viel der Kunde kauft).

Pay per Lead

Pay per Lead Konzept ist bei den Marketingbetreibern eine sehr beliebte Provisionsvergütung. Zum Einsatz kommt dieses Konzept vor allem bei Werbungen von sehr beratungsintensiven Produkten. Der Publisher erhält bereits eine Vergütung, wenn der Kunde Kontakt zum jeweiligen Online Shop aufnimmt. Der Online Shop bezahlt also nicht den erfolgreichen Verkauf eines Produkts, sondern die Heranführung des Kunden. Pay per Lead wird meistens mit Angebotsanfragen, Registrierungen oder Newsletter-Anfragen verbunden.

Kombi-Programme

Kombi-Programme sind erst auf dem Vormarsch. Sie zeigen sich aber in Online Shops als sinnvoll. Verbunden werden verschiedene Vergütungsprogramme. So kann ein Webseitenbetreiber beispielsweise durch einen Klick auf den Banner vergütet werden, wenn dieser mit der Kombination einer Registrierung verbunden ist.

Andere

Neben den benannten Angeboten können die Vergütungsmodelle auch anderweitig aufgebaut sein. Ebenfalls sehr beliebt ist das System „Pay per Install“. Dabei muss eine Installation eines Programms erfolgen, bevor eine Provision ermöglicht werden kann. Gerade bei Apps ist das System sehr beliebt.

Neben diesem System finden Marketinginteressierte die Vergütungsstrategie „Pay per View“ wieder. Das Vergütungskonzept eignet sich nur gering für Online Shops, denn vergütet wird die Anzahl eines eingeblendeten Banners.

Shopbetreiber, die das Affiliate Marketing nutzen wollen, sollten immer den Hintergrund einer Kaufentscheidung in das Vergütungskonzept einbinden. Um Umsatz zu machen reicht es nicht aus, dass Kunden durch einen Link auf die Seite geführt werden, sondern der Kauf ist relevant.

Vor- und Nachteile von Affiliate-Marketing

Vorteile und Nachteile gibt es natürlich für beide Seiten. Sowohl der Online Shop Betreiber als auch der Webseiten-Betreiber können von dem Marketing profitieren. Die Vorteile für den Merchants sind deutlich zu erkennen. Mit dem Affiliate Marketingkonzept hat der Merchant die Möglichkeit neue Kunden zu gewinnen, ohne dabei selber auf Kundensuche gehen zu müssen.

Das eingesetzte Kapital ist gemessen zum Erfolg sehr gering. Kaum eine andere Marketingmaßnahme hat in Betrachtung des eingesetzten Kapitals solche Erfolge. Kosten entstehen nur, wenn wirklich Umsätze generiert werden. Die Investitionen können auf unterschiedliche Weise erfolgen. Investiert werden kann in einem Link oder in einen Banner. Die Vielfalten sind umfassend. Auch das kann als Vorteil betrachtet werden.

Die Nachteile sind natürlich ebenfalls gegeben, denn es muss ein zum Teil eigenes Netzwerk erstellt werden. Sollten nicht bereits Partnerprogramme vorhanden sein, dann geschieht das in Eigenregie. Das wiederum bedeutet einen gewissen Zeitaufwand, um Bannerwerbungen und Links zur Verfügung zu stellen. Die Softwareangebote können in diesem Fall eine unterstützende Leistung bieten.

Vorteile:

  • Umsatzsteigerung
  • Geringe Werbekosten, meist erfolgsbasiert
  • Geringer Zeitaufwand

Nachteile:

  • Partnerprogramm muss selber entwickelt werden

Netzwerke

Um ein Partnerprogramm zu entwickeln, können unterschiedliche Maßnahmen in Anspruch genommen werden. Sogenannte Affiliate Netzwerke stellen eine internetbasierte Plattform dar, die verschiedene Lösungen für Partnerprogramme anbietet. Die Netzwerke sind Vermittler, die zwischen dem Webseitenbetreiber und dem Online Shop stehen. Die Netzwerke stellen Affiliate Werbemittel zur Verfügung, die der Betreiber eines Shops nutzen kann.

Um das Netzwerk umfassend nutzen zu können, erfolgt die Anmeldung des Publishers und des Advertisers. Die Netzwerke haben unterschiedliche Kosteneinteilungen. Zu berücksichtigen ist, dass die Netzwerke eine Provision erhalten. Erfolgt beispielsweise eine 100 Euro Provisionszahlung an den Webseitenbetreiber, dann kann der Online Shop Besitzer mit einer Netzwerkprovision von 30 % rechnen.

Einige Netzwerke verlangen von Ihren Advertiser eine Vorabeinzahlung, um den Webseitenbetreiber zu bezahlen. Die Einzahlungen liegen zwischen 50 Euro und 100 Euro. Um das richtige Netzwerk zu finden, sollten Kunden auf die Erfahrung achten, die Qualität im Auge behalten und auf die Vernetzung auf unterschiedlichen Bereichen Wert legen.

Die Vorteile eines Netzwerks sind deutlich zu erkennen. Als Advertiser hat man die Gelegenheit die Partnerprogramme schnell und effizient ohne viel Aufwand zu gestalten. Zudem ist die Reichweite enorm hoch, denn Webseitenbetreiber suchen auf Netzwerken nach passenden Angeboten. Die Nachteile sind nur gering vorhanden. Der größte Nachteil ist die Provisionszahlung an den Netzwerkbetreiber – dies ist jedoch eher als normale Zahlung anzusehen.

Software-Lösungen

Neben den Netzwerken gibt es Software-Lösungen. Die Softwareprodukte bieten die gleichen Leistungen wie die Netzwerke an. Geeignet ist die Software, wenn man seine Partner selber suchen möchte und diese selber verwalten will. Die Kriterien der verschiedenen Parameter für die Werbung können dank der Software individuell bestimmt werden. Kampagnen, Provisionen und Abrechnungen lassen sich mit den Softwareprogrammen leicht ermöglichen. Die Preise belaufen sich auf 100 Euro bis 300 Euro pro Monat. Inbegriffen sind alle Funktionen, die für das Marketing relevant erscheinen.

Worauf sollte man achten?

Wer sich für das Affiliate Marketing entscheiden sollte, muss bei der Nutzung einiges beachten. Vom Affiliate Marketing kann jeder Shop profitieren. Gerade Onlineshop
Betreiber können den Umsatz mit geringen Kosten, die sich auf 100 Euro bis 300 Euro im Monat beziehen, erhöhen. Zu beachten ist jedoch, die Auswahl des richtigen Netzwerks oder des passenden Softwareanbieters. Dabei sollten Sie als Kunde ganz besonders, wenn es um die Leistungen gehen. Diese sollten nicht nur die Webebanner oder Links ermöglichen, sondern auch Analysen zu den passenden Marketingmaßnahmen.

Neben diesen Merkmalen ist das Betrachtungsmerkmal der Netzwerkprovision genauer zu berücksichtigen. Diese können sich unterscheiden. Weshalb ein Vergleich der Netzwerke sinnvoll ist. Zusätzlich sollten Onlineshop-Betreiber darauf achten, dass die reine Anmeldung in einem Netzwerk nicht ausreicht. Auch wenn die Netzwerklösungen viele Arbeitsschritte abnehmen, so müssen die Analyse und die Betrachtung der Marketingbestandteile erfolgen.

Zusätzlich müssen für die Werbung einige Parameter festgelegt werden. Diese beziehen sich nicht nur auf die Texte, sondern auch auf Designmöglichkeiten.

Hinweis: Die Texte für die verschiedenen Banner und Werbemaßnahmen sollten sich unterscheiden, da ansonsten ein Duplikat Content erfolgt.

Affiliate-Agenturen

Vor allem große Unternehmen greifen immer wieder zur Agentur, wenn es um das Marketing geht. Dabei geben Kunden die Aufgaben vollständig an eine Agentur ab. Bedeutet die Gestaltung und die Analyse der Werbemaßnahmen wird in fremde Hände gelegt. Das kann Vorteile mit sich bringen. Die meisten Online Shop-Betreiber nutzen Agenturen, wenn umfassende Werbemaßnahmen gewünscht sind.

Der Vorteil der Zeitersparnis und die Erfahrung, welche Agenturen bieten, sind umfassend. Kunden können von einer Agentur nur profitieren und eine noch bessere Umsatzsteigerung erzielen. Agenturen übernehmen alle Leistungen, die der Onlineshop-Betreiber sonst selbstständig übernehmen muss.

Die Zusammenarbeit wird auf bestimmte Parameter bezogen. Die Leistungen und die kosten werden vorab genau definiert.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist Affiliate Marketing sinnvoll?

Affiliate Marketing ist immer dann sinnvoll, wenn Shopbetreiber die Umsätze erhöhen wollen. Die Umsatzerhöhung ist nur dann möglich, wenn Kunden sich dem Shop hingezogen fühlen. Durch Werbebanner und Links haben Kunden die Möglichkeit Shops aufzufinden und direkt zu besuchen. Demnach kann eine erhöhte Erreichbarkeit erzielt werden.

Zusammen mit anderen Marketingmaßnahmen kann das Affiliate Marketing schnell greifen und Erfolge erzielen. Zusätzlich ist das Affiliate Marketing eine günstige Alternative zu anderen Marketingmaßnahmen und kann deswegen auch von kleinen Shops genutzt werden.

Wie fängt man mit dem Affiliate Marketing an?

Wer das Affiliate Marketing nutzen möchte, sollte sich als erstes über die Auswahlmöglichkeiten informieren. Anschließend ist die Anmeldung in einem Netzwerk sinnvoll. Ist die Anmeldung erfolgt, sollten die Parameter für die Werbung festgelegt werden. Zusätzlich sollten die Provisionen genauer gekennzeichnet werden und ab wann die Provision gezahlt wird.

Anschließend kann die Werbung definiert werden, die mit einem Text und Bildern belegt wird. Bitte beachten Sie auch, dass Ihre Vergütung für den Publisher attraktiv sein muss – hat dieser bereits einen festen Partner, sollten Sie diese Margen toppen.