Wer die Wahl hat, hat die Qual. Die Wahl des passenden Shopsystems ist eine der fundamentalsten Entscheidungen im Ecommerce- Business. Wer hier eine vorschnelle Entscheidung trifft, könnte dies im Nachgang bereuen. Der Umstieg auf ein anderes Shopsystem oder die falsche Wahl eines Shop-Systems kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Online-Shop offline ist und Umsatzausfälle und Kundenverluste vorprogrammiert sind.

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Shopsystem-Arten im Überblick

Ehe Sie herausfiltern können, welches Shopsystem Ihren Bedarf am besten abdeckt, müssen Sie die grundsätzlich für Sie geeignete Shopsystem-Art identifizieren. Dies ist einerseits eine Frage des Budgets, andererseits stellt sich aber auch die Frage nach den persönlichen Vorerfahrungen und nach dem geplanten Umfang. Deshalb wollen wir heute einmal die verschiedenen Arten von Shopsystemen genauer unter die Lupe nehmen und klären, für wen sie geeignet sind.

Mietshops: Die flexible Variante für Einsteiger und KMU

Beim Mietshop bezahlen Sie monatlich eine fixe Gebühr und erhalten im Gegenzug einen fertig vorinstallierten und startbereiten Onlineshop. Typisch ist, dass Sie ausschließlich online arbeiten und vor Ort keine Installationen durchführen müssen. Die monatliche Gebühr ist verglichen mit den Kosten anderer Shoplösungen bei den meisten Mietshops gering und deshalb ideal für Einsteiger mit geringem Budget. Um einen Mietshop einzurichten, ist keine Agentur nötig, alles ist gezielt so gestaltet, dass selbst Laien die Konfiguration selbst vornehmen können. Wird doch einmal Hilfe benötigt, hilft der sehr oft im monatlichen Mietpreis enthaltene Support weiter.

Bezüglich der Vermarktung Ihres Onlineshops bieten Ihnen Mietshops in aller Regel sehr gute Möglichkeiten durch die Anbindung von Drittanbietern wie Marktplätze, Affiliate-Anbieter, SEO-Tools oder Marketing-Module. Insgesamt wachsen Mietshops sehr oft mit Ihren Anforderungen und sind zumindest bis zu einem gewissen Grad skalierbar. Schwierig wird es bei sehr vielen Mietshops, wenn sich individuelle Programmierungen benötigen, da Sie auf den Code – wenn überhaupt – nur in einem marginalen Rahmen zugreifen können.

Vor- und Nachteile von Mietshops

Vorteile

  • häufig kostenlose Testphase möglich
  • kein spezielles technisches Fachwissen notwendig
  • Software ist immer aktuell
  • Erweiterbarkeit durch Schnittstellen und Module
  • niedrige Einstiegspreise
  • grundsätzliche Designanpassungen einfach machbar
  • je nach System umfangreiche Funktionalität
  • sehr einfache Konfiguration
  • keine Installation notwendig
  • sofortiger Start möglich
  • Umsetzung ohne Agentur möglich

Nachteile

  • bezüglich individueller Anpassungen unflexible Systeme
  • oft nur eingeschränkte Designgestaltung
  • Begrenzung der Mietpakete in Umfang oder Funktion (z. B. Artikelzahl, Drittanbieter-Module)
  • teilweise kein guter Nährboden für SEO-Maßnahmen
  • monatlich laufende Kosten
  • Auswahl an Erweiterungsmodulen nicht immer ausreichend


Mittlerweile gibt es eine wahre Flut an Mietshop-Lösungen. Speziell an Einsteiger und kleine Shops richtet sich der Jimdo Shop. Viele auch größere Unternehmen vertrauen auf Lightspeed E-Commerce, das früher unter der Bezeichnung „seoshop“ bekannt war.

Redaktionstipp:

Empfehlenswert sind Mietshops insbesondere für Gründer, die nur über ein geringes Startkapital verfügen und die hohen Initialkosten nicht stemmen können. Auch für Kunden ohne technische Erfahrung und Know-how ist diese Variante am besten geeignet. Ungeeignet sind Mietshops hingegen bis auf wenige Ausnahmen für Unternehmen, die hoch hinaus und den Global Playern Konkurrenz machen wollen, da der Funktionsumfang hierfür zu eingeschränkt und zu starr ist.

Mietshop-Lösungen

Marktplatz: Verkauf über etablierte Plattformen

Bei der Marktplatzlösung nutzen Sie eine bestehende Verkaufsplattform, um Ihre Produkte anzubieten. Ein typisches Beispiel hierfür ist der Vertrieb von Artikeln über Amazon oder Rakuten. Gegen eine feste monatliche Gebühr dürfen Sie die Verkaufsplattform nutzen, von deren Bekanntheit profitieren und Ihre Produkte vertreiben. Es gibt keine hohen Initialkosten, weshalb die Gründung mit Marktplätzen auch ohne Budget möglich ist. Fällig wird zudem meist eine verkaufsabhängige Provision. Diese wirkt auf den ersten Blick oftmals recht hoch – Amazon erhebt beispielsweise in einigen Kategorien bis zu 15 Prozent Provision. Dies muss aber bei richtiger Kalkulation nicht unbedingt gegen einen Marktplatz sprechen, da im Gegenzug die Kosten für Marketing und Technik geringer sind als bei anderen Vertriebskanälen.

Der Vertrieb über einen Marktplatz ermöglicht einen sofortigen Start, da bereits eine enorme Reichweite vorhanden ist. Sie profitieren vom umfangreichen Marketing des Anbieters, können aber über Ihren Kundenaccount keine eigenen Aktionen starten. Hinzu kommt, dass Sie im engeren Sinne keinen eigenen Shop besitzen. Sie sind in Bezug auf die Gestaltung Ihres Angebots also weitgehend dem jeweiligen Anbieter unterworfen.

Vor- und Nachteile von Marktplätzen

Vorteile

  • sofortiger Start möglich
  • keine nennenswerten Initialkosten
  • transparentes Gebührensystem mit fixen Kosten oder Provisionen
  • keine technischen Kenntnisse erforderlich
  • Anbindung an viele Shopsysteme möglich
  • ideal als Ergänzung zu anderen Shoplösungen
  • kein eigenes Marketing notwendig
  • Traffic kommt automatisch über den Marktplatz
  • Vertrauensvorsprung seitens der Kunden

Nachteile

  • eingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten der eigenen Präsenz
  • keine Markenbildung möglich
  • Gefahr, vom Marktplatz in erfolgreichen Nischen kopiert zu werden
  • ggf. Aufwand für die Synchronisierung der Lagerbestände mit dem eigenen Shop
  • teilweise gibt es Schwierigkeiten mit der Rechtssicherheit der Marktplätze
  • enge Richtlinien für Verkäufer (z. B. kurze Reaktionszeiten bei Amazon)
  • Einschränkung der eigenen Entscheidungsfreiheit
  • Abhängigkeit vom Marktplatz
  • hoher Preisdruck durch direkte Konkurrenz
  • hohe Provisionszahlungen

Redaktionstipp:

Marktplätze sind durch die minimalen technischen Anforderungen und die Gebührenstruktur gut für Einsteiger im E-Commerce geeignet. Ebenso sind sie aber auch für etablierte Unternehmen eine Option, da sie sie als zusätzliche Verkaufskanäle nutzen können. Marktplätze können wegen der Provisionen unrentabel sein, wenn Sie Produkte mit geringen Margen verkaufen wollen.

Marktplätze

Kostenlose Shopsysteme: Nichts für Unerfahrene mit kleinem Budget

Am Markt gibt es zahlreiche Shopsysteme, die kostenlos verfügbar und für jedermann frei zugänglich sind. Weit verbreitet sind beispielsweise Magento, Shopware, OXID eShop, xt:Commerce und Gambio. Sie bieten meist einen gigantischen Funktionsumfang, mit dem sich nahezu jedes beliebige E-Commerce-Szenario abbilden lässt. Beim Marketing wird der Shopbetreiber ideal unterstützt, denn meist sind die Shopsysteme nicht nur SEO-freundlich und Trusted Shops-vorzertifiziert, sondern bieten zudem unzählige Module für die Anbindung verschiedenster Marketingmöglichkeiten.

Die Sache hat allerdings einen Haken: Es gibt meist weder einen Support noch Garantien für die Funktion. Für die Installation, die Konfiguration, das Design, zusätzliche Funktionen und vieles mehr benötigen Sie im Regelfall eine Agentur, wenn Sie in der Programmierung nicht selbst fit genug sind. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wer für ein kostenloses Shopsystem die Hilfe einer Agentur einkaufen muss, benötigt ein – je nach individueller Zielsetzung unterschiedlich hohes – Budget.

Vor- und Nachteile von kostenlosen Shopsystemen

Vorteile

  • Unterstützung durch ein je nach System mehr oder weniger aktives Support-Forum
  • beliebige Anpassbarkeit des Shopsystems
  • keine Abhängigkeit vom Hersteller, Quellcode kann individuell angepasst werden
  • stetige Erweiterung des Funktionsumfangs durch Module möglich
  • keine Anschaffungskosten für die Shopsoftware oder laufende Kosten
  • bei verbreiteten Shopsystemen hohe Zukunftsfähigkeit
  • vollumfängliche Skalierbarkeit der Systeme


Nachteile

  • ohne eigene Erfahrungen nicht ohne eine Agentur realisierbar
  • mitunter hohe Kosten für Design, Anpassungen und Programmierungen
  • meist kein Herstellersupport
  • keine Haftung des Herstellers für Fehler
  • oftmals sehr komplexe Bedienung und Abläufe, bedingt durch den großen Funktionsumfang
  • hoher Aufwand für die Pflege des Shopsystems im laufenden Betrieb
  • teilweise hohe Anforderungen an das Hosting, um die nötige Performance zu liefern

Redaktionstipp:

Ein kostenloses Shopsystem ist am besten für jene Unternehmen geeignet, die entweder über eigenes Programmier-Know-how (und die Zeit, es einzusetzen) oder über ein entsprechendes Budget für die Beauftragung einer Agentur verfügen. Einsteiger ohne Budget und/oder Vorerfahrung tun sich aufgrund der komplexen Installation, der vielfältigen Einstellmöglichkeiten und der Programmierarbeiten für Funktion und Design schwer, ein kostenloses Shopsystem effizient zu bedienen.

Kostenlosen Shopsysteme

Kostenpflichtige Shopsysteme: Open oder Closed Source?

Kostenpflichtige Shopsysteme unterscheiden sich von kostenlosen Lösungen auf den ersten Blick vor allem durch den Preis – ehe Sie sie installieren können, wird eine Einmalzahlung fällig.

Hier ist zunächst zwischen Open und Closed Source Software zu unterscheiden. Ein typisches Beispiel für Open Source ist Magento Enterprise, für das zwar im Gegensatz zur kostenfreien Community Edition Lizenzkosten fällig werden, das aber dennoch individuell programmiert werden kann. Bei Closed Source Software hingegen ist der Quellcode geschlossen. Dies ist beispielsweise bei xt:Commerce und plentymarkets der Fall. Individuelle Programmierungen sind somit entweder überhaupt nicht oder nur durch Auftrag an den Hersteller möglich. Geschlossene Shopsysteme sind somit deutlich weniger flexibel und Sie begeben sich in eine Abhängigkeit vom Hersteller. Vorteilhaft ist allerdings der meist im Preis enthaltene oder wenigstens zusätzlich buchbare Kundensupport.

Shopsoftware mit geschlossenem Quellcode ist meistens einfacher konfigurierbar und mitunter auch ohne Agentur umsetzbar. Bei Open Source-Kauflösungen gilt dasselbe wie für kostenfreie Lösungen: Wer nicht über eigenes Programmier-Know-how verfügt, braucht Hilfe seitens einer Agentur. Beide Lösungen bieten jedoch im Regelfall eine hervorragende Ausgangsbasis für Marketingaktivitäten, sei es durch direkt integrierte Funktionen oder durch die Anbindung von Drittanbieter-Modulen.

Vor- und Nachteile von kostenpflichtigen Shopsystemen

Vorteile

  • Support seitens des Herstellers verfügbar
  • geringere oder keine laufenden Kosten (abgesehen vom Hosting)
  • bei Closed Software meist geringer Aufwand für Installation und Konfiguration
  • meist umfangreiche Funktionserweiterung durch Module möglich
  • Skalierbarkeit ist meist gegeben
  • großer Funktionsumfang und viele Schnittstellen zu Drittanbietern
  • größere Kontrolle über die technische Basis als bei Mietshops

Nachteile

  • mitunter hoher Anschaffungspreis
  • ggf. Folgekosten für Wartungsverträge, Support, Updates
  • technisches Know-how oder Zusammenarbeit mit einer Agentur notwendig, insbesondere bei Open Source-Lösungen
  • Updates müssen oftmals kostenpflichtig erworben werden
  • bei Closed Software keine/eingeschränkte individuellen Programmierungen möglich (weniger Flexibilität)
  • Abhängigkeit vom Hersteller bei Anpassungswünschen oder Weiterentwicklungen

Redaktionstipp:

Ein Kaufshop ist die ideale Lösung für Unternehmer, die auf eine professionelle Lösung umsteigen wollen und deren Support und Garantie durch den Hersteller wichtig ist, oder für Einsteiger, die bereits zu Beginn ein gewisses Budget investieren können. Wer ein größeres Budget zur Verfügung hat, kann alternativ in eine Open Source-Lösung investieren und bleibt so noch flexibler und unabhängiger.

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