SEO für Onlineshops – 5 spannende Fragen – 7 Agentur-Experten

SEO für Online Shops - Experteninterviews
6 Experten antworten auf 5 Fragen zum Theme SEO für Onlineshops

Welche Besonderheiten die Suchmschinenoptimierung für Onlineshops mit sich bringt, haben wir bei führenden SEO Experten erfragt. „Das Internet hat sich zum wichtigsten Absatzkanal für Unternehmen entwickelt. So lagen die Umsätze für Waren und Dienstleistungen auf dem Onlinemarkt 2012 über 37 Milliarden Euro. Der E-Commerce-Markt wächst und die Anzahl an Online Shops wird immer größer, sodass es immer schwieriger wird sich optimal zu positionieren. Laut TNS Infratest kommen ganze 80% der Neukunden über Suchmaschinen.“ (Patrick Klingberg, s.u).

5 spannende Fragen haben unsere Experten ausführliche beantwortet und sind dabei auf unterschiedliche Problemstellungen eingegangen. Folgende Fragen werden Ihnen hier beantwortet:

 

  1. Wie hat sich SEO für Onlineshops in der Vergangenheit gewandelt?
  2. Welches sind die größten Fehler im Shop-SEO?
  3. Welche Onpage-Maßnahmen bringen am meisten und werden häufig vergessen/vernachlässigt?
  4. Wie sollte Linkbuilding für Onlineshops in Zeiten nach Pinguin aussehen?
  5. Was ist Dein Top-Tipp für Shopbetreiber?

Die SEO Experten für Online Shops


Olaf Pleines  ist SEO Projektmanager mit dem Fokus Large-Scale Suchmaschinenoptimierung bei trafficmaxx und betreut unter anderem die Kunden OBI und Yves Rocher.
ist SEO Projektmanager mit dem Fokus Large-Scale Suchmaschinenoptimierung bei trafficmaxx und betreut unter anderem die Kunden OBI und Yves Rocher.


Marco Janck ist Geschäftsführer der SEO Agentur SUMAGO und Veranstalter der SEO Konferenz SEOCampixx
Marco Janck ist Geschäftsführer der SEO Agentur SUMAGO und Veranstalter der SEO Konferenz SEOCampixx

Ralf Zmölnig arbeitet bei ROCKIT-INTERNET, einer Onlinemarketingagentur mit dem Schwerpunkt SEO. Mit über 10 Jahren Erfahrung!
Ralf Zmölnig arbeitet bei ROCKIT-INTERNET, einer Onlinemarketingagentur mit dem Schwerpunkt SEO. Mit über 10 Jahren Erfahrung!


Patrick Klingberg ist seit 1. Januar 2013 Vorstand und Chief Marketing Officer (CMO) der Agentur für Suchmaschinenoptimierung artaxo AG. Er ist Dozent für Online Marketing und Mentor des Axel Springer Plug & Play Accelerator Programms.
Patrick Klingberg ist seit 1. Januar 2013 Vorstand und Chief Marketing Officer (CMO) der Agentur für Suchmaschinenoptimierung artaxo AG. Er ist Dozent für Online Marketing und Mentor des Axel Springer Plug & Play Accelerator Programms.


Dominik Wojcik ist Gründer und Geschäftsführer der Agentur Trust Agents. Dominik ist regelmäßig als Speaker auf diversen Konferenzen vertreten und im Buch “100 Experten. Online Marketing” vertreten.
Dominik Wojcik ist Gründer und Geschäftsführer der Agentur Trust Agents. Dominik ist regelmäßig als Speaker auf diversen Konferenzen vertreten und im Buch “100 Experten. Online Marketing” vertreten.


Julian Dziki ist Geschäftsführer der SEO Agentur Seokratie GmbH, die sich vor allem auf Online Shop SEO spezialisiert hat. Wir beraten, sorgen für gute Links und versuchen unseren Kunden in allen Fragen zum Thema SEO und darüber hinaus zu helfen.
Julian Dziki ist Geschäftsführer der SEO Agentur Seokratie GmbH, die sich vor allem auf Online Shop SEO spezialisiert hat. Wir beraten, sorgen für gute Links und versuchen unseren Kunden in allen Fragen zum Thema SEO und darüber hinaus zu helfen.

Oliver Hauser ist Inhaber des Salzburger Unternehmens get on top gmbh und Veranstalter der SEO Konferenz SEOkomm und der Online Marketing Konferenz OMX. Seine Spezialgebiete sind Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenmarketing und Linkaufbau speziell für Österreich.
Oliver Hauser ist Inhaber des Salzburger Unternehmens get on top gmbh und Veranstalter der SEO Konferenz SEOkomm und der Online Marketing Konferenz OMX.

Seine Spezialgebiete sind Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenmarketing und Linkaufbau speziell für Österreich.

Wie hat sich die Suchmaschinenoptimierung für Onlineshops in der Vergangenheit gewandelt?

Patrick Klingberg:
Das Internet hat sich zum wichtigsten Absatzkanal für Unternehmen entwickelt. So lagen die Umsätze für Waren und Dienstleistungen auf dem Onlinemarkt 2012 über 37 Milliarden Euro. Der E-Commerce-Markt wächst und die Anzahl an Online Shops wird immer größer, sodass es immer schwieriger wird sich optimal zu positionieren. Laut TNS Infratest kommen ganze 80% der Neukunden über Suchmaschinen.
SEO und SEA sind also elementare Faktoren für den Erfolg. Um sich in dem heutigen E-Commerce-Dschungel bestmöglich zu positionieren, müssen jedoch alle Synergien effizient genutzt werden. Nur ein reger Austausch und eine gelungene Zusammenarbeit der einzelnen Disziplinen führen zu einer rundum gelungenen Positionierung auf dem Markt. Es muss z. B. eine direkte Zusammenarbeit zwischen SEO, Marketing und PR geben. Content-Marketing und die emotionale Bindung der User nehmen eine entscheidende Rolle ein. Allgemein ist ein Umbruch in der Branche erkennbar: Weg vom „rein technischen Überlisten“ der Suchmaschine, hin zum Kreativ-SEO.
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Ralf Zmölnig:
Ganz grundsätzlich haben Getierchen wie Panda und Pinguin die Latte erfreulicherweise wieder etwas höher gehängt, was das pushen von Rankings anbelangt. Im einzelnen sehen wir für uns klar, dass die Suchmaschine redliche Versuche unternimmt, dem User ein gutes Ergebnis auszuspielen. Und ein gutes Ergebnis ist eben nicht mehr nur ein Shop mit unzähligen Produkten in unzähligen Kategorien.

Stück für Stück muss inhaltlich, funktional und nicht zuletzt gestalterisch (Nein, die Suchmaschine kann das noch nicht erkennen, aber sie experimentiert mit Ladezeiten, Verweildauern und anderem!) jetzt schon rüberkommen, warum ein Shop ein gutes Ergebnis sein will. Und das ist mit billigen Contents, die möglichst unprominent ans Kategoriende geflickt die Suchmaschine triggern sollen und anderen Leckerlis mehr oder weniger vorbei!

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Julian Dziki:
Ich arbeite schon seit sieben Jahren fast ausschließlich mit Online Shops zusammen. Früher hat es ausgereicht, wenn man Kategorien und Produkte hatte und die User die Produkte in den Warenkorb legen konnten.
Heutzutage muss man als Shopbetreiber eine Geschichte erzählen können, seine Produkte emotionalisieren und die Kunden von den eigenen Produkten überzeugen. Das wirkt sich sehr stark auf den Erfolg eines Online Shops bei Webseiten aus. Vom Linkbuilding reden wir mal lieber erst gar nicht, das sah 2007 noch ganz (!) anders aus!

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Oliver Hauser:
SEO für Online Shops ist viel sauberer, aber auch härter, geworden. D.h. es reicht nicht mehr, einen Online Shop mit ein paar SEO Basics auszustatten und ihn mit Links zu befeuern, sondern man muss bei der OnPage Optimierung richtig an den Ecken und Kanten feilen und Links so sauber wie möglich aufbauen, um vorne mitspielen zu können. Das hat sich unter anderem daraus ergeben, dass es mehr Konkurrenz gibt als früher und auch die Budgets für SEO größer geworden sind. Hatte man vor einigen Jahren in einer Branche noch ein paar Vorreiter in Sachen Online Shops, so gibt es nun ein Vielfaches an großen und kleinen OnlineShops für jede Branche. Große Marken versuchen alle möglichen Themen abzudecken und kleine Shops versuchen sich in der Nische – da wird der Kampf um jedes Keyword hart. Denke ich hier an den österreichischen Markt, so gab es z.B. im Bereich Outdoor früher nur sehr wenige Online Shops und es reichte einfach einen Online Shop zu haben, um seinen Teil vom Kuchen zu bekommen. Inzwischen ist das so nicht mehr so einfach möglich.

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Olaf Pleines:
Klassische technische Problemfelder, wie der korrekte URL-Aufbau oder das Session Handling, gehören nahezu der Vergangenheit an. Dementgegen steht die Bedeutung einer durchdachten Informationsarchitektur, die eine für den Besucher effektive und für das Crawling effiziente Gestaltung aufweisen muss, um mit den eigenen Inhalten gute Positionen einzunehmen.

Abseits technischer Maßnahmen, haben Inhalte, die den Besucher bereits mit dem Beginn der Customer Journey begleiten, mehr denn je an Bedeutung gewonnen.

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Marco Janck:
Die technischen Skills und theoretischen Notwendigkeiten haben sich kaum verändert in der letzten Zeit. Es geht noch immer um eine sauber und logische Informations- und Navigationsarchitektur. Es geht um interne und externe Verlinkung und es geht um einzigartigen Inhalt. Was sich massiv verändert hat sind die Notwendigkeiten, die Google mit Brand-, Panda-, Penguin Updates neu justiert hat.

Google macht ernst in Sachen Inhalt und Marke und zwar, weil sie Wege gefunden haben wie Brandsignale direkt in den die algorithmische Bewertung laufen (Bewertung von User Signalen). Das verschiebt auch die Suchmaschinenoptimierung ganz massiv. Es geht nicht mehr nur um Standardtexte mit skalierten, massiven Linkaufbau. Es geht um die Möglichkeit inhaltlich zu begeistern. Dies zeigt sich dann den User Signalen und in der höheren Bereitschaft Inhalte zu teilen bzw. zu verlinken. Grundsätzlich bekommen jetzt die Unternehmen eine Aufwertung, die sich die letzten Jahre über die Trickser geärgert haben und auf Branding speziell in der Offline Welt gesetzt haben.

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Dominik Wojcik:
SEO ist mittlerweile ja permanent im Wandel. Für Online Shops hat sich das dahin geändert, dass Shops ihren Content besser und definierter herausstellen müssen. Früher haben die meisten Shops ja kaum SEO betrieben, man hat einfach gute Positionen gehabt ohne viel zu tun.

Mittlerweile ist der Wettbewerb aber deutlich höher geworden und so müssen sich immer mehr Shops die einzelnen Keywords teilen und der Wettbewerb wird härter.

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Zusammenfassung der Redaktion:

  • sauber und logische Informations- und Navigationsarchitektur bleibt sehr wichtig!
  • Stück für Stück muss inhaltlich, funktional und nicht zuletzt gestalterisch der Shop überzeugen (Content Marketing)
  • eine direkte Zusammenarbeit zwischen SEO, Marketing und PR geben.

Welches sind die größten Fehler im Shop-SEO?

Olaf Pleines:
Bei kleineren Shops häufig anzutreffen, ist der fehlende Fokus auf die Kernkompetenz, was meist in inhaltsarmen Online-Shops mündet. Dies erschwert es ungemein von potentiellen Kunden als Experte im eigenen Segment wahrgenommen zu werden. Der Aufbereitung themenrelevanter Inhalte kommt daher eine hohe Bedeutung zu, nicht nur für den Linkaufbau, sondern auch, um die eigenen Produkte bereits bei informationellen Suchanfragen zu positionieren.
Aus technischer Sicht kommt häufig die Zugänglichkeit der Inhalte zu kurz oder diese werden eher ungewollt nicht in den korrekten semantischen Zusammenhang gesetzt. Letzteres lässt sich über eine Analyse des internen Linkgraphen ermitteln. Ergibt die Analyse, dass bspw. der Rasenmäher über den Linkgraphen stärker mit der Tapete vernetzt ist, als mit dem Rasentrimmer, sollte hier angesetzt werden, um die richtige Beziehung zwischen den Inhalten herzustellen. Diese Form der Optimierung trägt sowohl zur Erhöhung der Informationsdichte bei, wie sie auch zur Optimierung der Verteilung des Linkjuice dienlich ist.

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Marco Janck:
Der größte Fehler wird in den meisten Fällen ganz am Anfang begangen. Die Annahme, dass SEO für den Erfolg eines OnlineShops steht ist grundlegend falsch. SEO ist Teil des Erfolges. Bei immer kleiner werdenden Anteilen des organischen Bereichs in den SERPs nimmt auch der Wert von SEO im klassischen Sinne ab.

Online Shop Betreiber müssen zuerst die Frage beantworten, warum ein Interessent das Produkt XY nun gerade bei ihm kaufen sollte. Was sind die Alleinstellungsmerkmale. Umso einzigartiger die Produkte sind oder die Art der Vermarktung, umso leichter wird alles, was danach kommt. Der größte strukturelle SEO Fehler liegt in der fehlenden Fokussierung auf die Kategorien, Produkte und Fragestellungen. Das beginnt bei der Startseite, die oft nicht auf das/die wichtigsten Keywords fokussiert sind, geht über Kategorieseiten, die nur Auflistungen von Produkten sind bis hin zu Produktseiten, die mit Herstellertexten ausgerüstet sind.

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Ralf Zmölnig:
SEO-Übergreifend ist der größte Fehler, dass die meisten Shops nicht genügend Konsequenz an den Tag legen, was es heißt ein wirklich gutes Ergebnis für den Suchenden zu liefern. Das klingt vielleicht anmaßend, nach 11 Jahren Onlinemarketing und insbesondere SEO muss man das aber leider einfach so sagen. Nicht zuletzt da der Aufwand auch meist gnadenlos unterschätzt wird, und nachdem die Erkenntnis einen dann doch ereilt hat so gut wie es geht unterdrückt wird.

Im Detail würde ich sagen, dass so Basics wie eine klare, saubere Struktur in Verbindung mit einer zielgerichteten (!) Umsetzung von Metaangaben (insbesondere Title!) und Dingen wie fehlenden Canonicals etc. immer noch die meist angetroffenen Shopsünden sind. Erfolge von Tools wie onPage.org unterstreichen das in meinen Augen.

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Patrick Klingberg:
Häufig sind die Kategorie- und Produktbeschreibungen zu dünn. Um ansprechenden Content zu erstellen, sollte nicht nur die Herstellerbeschreibung eingefügt, sondern emotionaler und individueller Inhalt geschaffen werden. Ansonsten fehlt es nicht nur an guten Texten, sondern der Shop-Betreiber hat zudem auch mit Duplicate Content zu kämpfen. Guter Content für Online Shops ist individuell und zeichnet sich durch ein emotionales Wording sowie eine ausreichende Keyword-Implementierung aus. Relevante Keywords sollten in jedem Fall im Content, im Title und in der URL erkennbar sein. In Bezug auf die URL-Struktur ist es unerlässlich, Parameter in der URL (zum Beispiel Session-IDs oder Suchfilter) von der Indexierung auszuschließen.

Sonst entsteht eine große Anzahl an identischen Inhalten, die unter verschiedenen URLs aufrufbar sind – also Duplicate Content. Ein weiteres Problem bergen verfallene Produktseiten. Diese sollten unbedingt per Status Code 301 auf das Nachfolgeprodukt oder die nächsthöhere Kategorieebene weitergeleitet werden.

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Dominik Wojcik:
Die Kontrolle über den eigenen Content. Gerade die Filtervarianten und der daraus entstehenden Links bringen für Google teilweise zig tausende interne Verlinkungen die von dem wichtigen und spannenden Content ablenken.

Gerade die Steuerung des Crawlings wird damit definitv beeinflusst und die meisten Shops haben ihre interne Verlinkung nicht im Griff.

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Julian Dziki:
Darüber habe ich erst neulich gebloggt: Technisch gesehen: Seitenladezeit, Titles und Descriptions und Duplicate Content. Diese Fehler kann man schnell und leicht beheben.

Die allergrößten Fehler sind allerdings meist komplexerer Natur: Fehlender Fokus auf den User, Nicht-Kennen der eigenen Zielgruppe und ein fehlendes Alleinstellungsmerkmal für den Shop. Diese drei Dinge machen uns als Agentur die größten Probleme und die meiste Arbeit. Auch wenn es eigentlich kaum zum Bereich SEO gehört, haben wir aber hier (wenn der Kunde mitmacht) die allergrößten Erfolge.

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Oliver Hauser:
Wie oben angesprochen, kann man es sich kaum noch erlauben, überhaupt Fehler zu machen, wenn man vorne mitspielen möchte. Fehler entstehen oft, wenn man zu wenig Zeit, Budget oder Qualität hat. Gute Planung ist hier der wichtigste präventive Punkt und sollte nicht unterschätzt werden. Ein großer Fehler ist sich zu überschätzen und zu glauben, man könnte mit seinem Online Shop mit wenig Budget in kurzer Zeit gleich ganz vorne mitspielen. Eine saubere Planung, hinsichtlich OnPage SEO, dem Timing des Linkaufbaus und die dazu passende Finanzplanung ist enorm wichtig. Wenn das Budget fehlt, alle Produkte des Shops von Anfang an zu pushen, sollte man sich eventuell zu Beginn auf die Produkte oder Kategorien im Shop mit den größten Gewinnchancen fokussieren. Quick Wins evaluieren und anpacken.

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Zusammenfassung der Redaktion:

  • fehlende Fokussierung auf die Kernkompetenz, wodurch viel aber nicht wirklich nützlicher Content entsteht
  • Fehlender Fokus auf den User
  • fehlendes Alleinstellungsmerkmal
  • fehlendes, (technisches) Know-How führt zu
    • fehlender Umsetzung klarer Informationsstrukturen
    • Dublicate Content Problemen
    • fehlende Basics, wie Metaangaben!
    • Interne Verlinkung gibt falsche Signale an Suchmaschinen
  • fehlende Fikussierung auf die Kategorien, Produkte und Fragestellungen
  • Aufwand wird gnadenlos Unterschätzt

Welche Onpage-Maßnahmen bringen am meisten und werden häufig vergessen/vernachlässigt?

Oliver Hauser:
Es ist schwer zu sagen, was wirklich am meisten bringt. Diese Frage wird und wurde ja schon unzählige Male gestellt. Es ist wie bei einem Auto. Der wichtigste Teil ist möglicherweise der Motor, aber ohne Tankfüllung fährt es nicht und ohne Bremsen wird man auch keine Freude damit haben. Das ganze Konstrukt muss zusammenspielen und je genauer ich jedes Detail bearbeite, desto besser wird der Shop am Ende laufen. Gerade bei Shops sind allerdings der Aufbau und die URL Struktur ein heißes Thema. Hier kann man bei der internen Verlinkung, Duplicate Content und Crawlability viel falsch machen. Ist dies sauber gelöst und achtet man auf die Onpage Hausaufgaben wie Snippets, ist für die weitere Optimierung ein gutes Fundament geschaffen. Man kann damit dann sicher auch die größte Hebelwirkung in den SERPs erzeugen.

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Marco Janck:
Wie ich oben schon beschrieben habe. Gerade die Optimierung der Kategorieseiten bringt einen deutlichen Schub. Man MUSS darauf achten, dass der kontrollierbare Anteil der Textmenge sehr hoch ist. Eine reine Produktlistung auf den Kategorieseiten kann nicht gut gehen. In diesem Zusammenhang sollte man sich einmal mit optimierter Textzusammensetzung beschäftigen.

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Dominik Wojcik:
Saubere Titles, Meta Description die Klickanreize in der Serps auslösen. Interne Ankertexte und Verlinkungen. Was passiert mit ausverkauften Produkten? 301 auf die entsprechende Kategorie oder doch die Produkte als Zombie Produkte anzeigen und ggf. Lead Generierung machen?

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Olaf Pleines:
Die Optimierung des Crawling ist eine von vielen Online-Shops selten konsequent berücksichtigte Maßnahme. Viele Online-Shops bemühen sich zwar um eine schlanke Struktur, sie erreichen dieses Ziel jedoch nur bedingt. Häufig anzutreffen ist der exzessive Gebrauch von Canonical-URLs, Ausschlüssen in der Robots.txt, das Setzen des Meta-Tag-Robots auf „noindex“ und ähnlichem.

Die genannten Mittel sind richtig eingesetzt zweckdienlich, doch wirken Sie an der eigentlichen Ursache entlang, nur auf die Dämpfung der Auswirkungen einer ungünstigen Informationsarchitektur oder einer nicht durchdachten technische Umsetzung hin. Nicht nur die von Suchmaschinen für das Crawling bereitgestellten Ressourcen werden, einhergehend mit den entsprechenden Konsequenzen, ineffizient genutzt, sondern auch die Bemessung der Relevanz eines einzelnen Dokuments erschwert.

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Julian Dziki:
Guter Content. Auch für Online Shops gilt, dass man nicht nur stumpf seine Produkte verkaufen, sondern Storytelling betreiben sollte. Ein gut gemachter Blog mit wirklich interessanten Artikeln, eine „Über Uns“ Seite, Fotos vom Unternehmen, den Mitarbeitern oder Betriebsausflügen – in diesem Bereich haben Online Shop Betreiber noch eine Menge aufzuholen. Ansonsten gibt es schon große Hebel im technischen Onpage Bereich für Shops, aber diese sind bei jedem anders. Hier habe ich eine Checkliste mit 56 Onpage Fragen gebloggt.

Generell ist es aber selten so, dass man einen Knopf drückt und dann schießen die Rankings nach oben. Meistens drücken wir mehrere Dutzend Knöpfe und allmählich wirkt sich das dann sehr positiv aus. Den EINEN Grund zu finden, ist dann hinterher meistens recht schwer – aber wozu auch, wenn die Gesamtheit wichtiger ist?

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Ralf Zmölnig:
Siehe die größten Fehler; die Metaangaben insbesondere der Title werden automatisiert aus der WaWi gezogen, ohne jede Liebe und Mühe hinsichtlich der tatsächlichen Values jedes einzelnen Produktes, die Metadescription als Megahebel für die CTR in den SERP´s wird ignoriert und die interne Verlinkung wird mit „Wer das gekauft hat/ interessiert hat, hat auch…“ abgefrühstückt. Hier ist VIEL MEHR Musik drin.

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Patrick Klingberg:
Ein guter und ansprechender Content mit Mehrwert für den User! Es heißt nicht ohne Grund: “Content is King“. Ebenso sollte eine gute interne Verlinkung vorhanden sein, die die wichtigsten Seiten ausreichend stärkt. Die Navigationsleiste muss übersichtlich und intuitiv gestaltet sein. Denn sowohl User als auch Crawler müssen eine Website einfach erschließen können. Die Produkte dürfen dabei nicht zu tief in der Hierarchie verankert sein. Potenzielle Kunden halten sich nicht lange auf einer unübersichtlichen Seite auf, sondern wechseln dann ggf. schnell zur Konkurrenz. Eine Optimierung für User ist gleichzeitig auch eine Optimierung für die Suchmaschine: eine Win-win-Situation für alle. Gerade die Usability einer Website sollte niemals vernachlässigt werden, denn zufriedene Kunden kehren zurück und tragen zur Erhöhung des Bekanntheits- und Beliebtheitsgrades bei.

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Zusammenfassung der Redaktion:

  • Optimierung der Kategorieseiten bringt einen deutlichen Schub
  • Saubere Titles und Meta Description, die Klickanreize in der Serps auslösen
  • Optimierung des Crawling < - aber falsche Gebrauch von Hilfsmitteln wir robots.txt
  • interessante Artikel über das Unternehmen
  • Navigationsleiste muss übersichtlich und intuitiv gestaltet sein
  • Zufriedenheit beim Kunden durch gute Usability erreichen

Wie sollte Linkbuilding für Onlineshops in Zeiten nach Pinguin aussehen?

Olaf Pleines:
Der Pinguin hat sich gemeinsam mit dem Panda daran gemacht schlechte Inhalte auszusieben und den Index unseres Lieblings Google zu bereinigen. Darin sehe ich vor allem die positiven Effekte für das Linkbuilding. Die Bedeutung und Notwendigkeit hochwertiger Inhalte wird noch deutlicher und Online-Shop Betreibern sei geraten, neben der Handelskompetenz den Bezug zum Produkt deutlich herauszustellen. Jedem Shopbetreiber sollte bewusst sein, das ein Link für langfristig orientierte Projekte verdient werden muss. Ein massiver generischer Linkaufbau gehört der Vergangenheit an und sollte durch eine geschickte Content-Marketing Strategie verdient werden. Ansätze zur Entwicklung einer Strategie lassen sich bspw. in der Auswertung eingehender Anfragen beim eigenen Support oder der Beantwortung offener Fragen aus der Zielgruppe finden. Aus unserer Sicht wichtig, ist die Präsentation der Inhalte in einem entkommerzialisierten Bereich. Dies baut Vertrauen bei den eigenen Besuchern, und damit auch bei potentiellen Linkgebern auf, da der Eindruck vermieden wird „nur“ etwas verkaufen zu wollen. Exakt dies erleichtert auch die Ansprache von Linkgebern in der Seedingphase, da dem Linkgeber nicht direkt vermittelt wird, ihn für kommerzielle Zwecke einzuspannen. Gleichzeitig trägt die Bereitstellung attraktiver Inhalte zur Etablierung des eigenen Online-Shops als Brand bei.

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Patrick Klingberg:
Linkbuilding sollte natürlich wirken. Eine hohe Diversifikation der akquirierten Links ist somit unerlässlich. In den Post-Penguin-Zeiten hat sich ein erkennbarer Trend in Richtung hochwertiger Links eingestellt. Die Entwicklungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass sauberes Linkbuilding einen langfristigen Erfolg ausmacht. So lässt sich auch der Trend Richtung Content-Marketing erklären: Gute Inhalte generieren qualitative Links, die entstehenden Peaks können mit aktivem Linkbuilding gestärkt werden.

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Marco Janck:
Skalierbar ja, aber nur wenn die Links daraus sehr hochwertig sind. Publikationen auf allen Webpräsenzen, die von „echten“ Unternehmern abseits von SEO betrieben werden, sind ok, wenn die Anchortexte frei gestaltet werden. Der größte Anteil im Linkbuilding sollte aus dem Brandbuilding in Verbindung mit Content Marketing erfolgen. Der skalierte Anteil sollte nur zu Unterstützung eingesetzt werden.

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Dominik Wojcik:
Möglichst natürlich halt. Ich denke, dass Linkbuilding eigentlich im herkömmlichen Sinne tot ist. Aber das Linkmarketing wird wesentlich stärker in den Focus rücken. Der Unterschied liegt darin, dass man fremde Webseiten auf sein Angebot aufmerksam machen muss. Es geht hier praktisch um das erfolgreiche Outreach. Wie und wo schafft man es andere Webseitenbetreiber dazu zu bringen den Shop zu verlinken.

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Oliver Hauser:
Linkbuilding ist doch von Google verboten oder? …nein, im Ernst: Qualität. Qualität. Qualität. Die Google Updates der letzten Monate und Jahre haben es gezeigt, und wer jetzt noch immer glaubt, er könnte mit billigen Links hier was erreichen, wird langfristig keine Freude haben. Im Idealfall macht mans über Kreativität und „Content Marketing“. Da das nicht immer so einfach ist, kann man das durchaus mit sauberem Linkaufbau unterstützen.

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Julian Dziki:
Pinguin ist ja nur ein Algorithmus, der die Verwendung von zu vielen Anchortexten mit „Money-Keyword“ Begriffen abstraft. Das zu ändern ist ja selbst für schlechte SEOs sehr einfach.
Wichtiger ist, dass Google manuell sehr viele Shops abstraft, die Links gekauft haben. Linkkauf sollte ein tabu sein, auch wenn mir viele Kollegen widersprechen werden. Wir versuchen, „normale“ Webmaster zu überzeugen, auf einen Online Shop zu verlinken. Daher sind mir auch der Content und Dinge wie „Storytelling“ so wichtig: Auf einen 08/15 Shop verlinkt niemand gerne, aber auf „DEN SHOP mit (Alleinstellungsmerkmal / Story / interessante Geschichte einfügen)“ verlinken gerne viele Leute.

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Ralf Zmölnig:
Wie vor dem Pinguin auch: Seiten identifizieren, für die es Sinn (!) macht, auf ihren Seiten einen Verweis auf den gewünschten Shop zu setzen, sprich muss der Besucher der Linkgebenden Seiten daran einen Mehrwert finden. Wenn nicht, dann ist es ein SEO-Link und kein organischer bzw. relevanter Link.

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Zusammenfassung der Redaktion:

  • Präsentation hochwertiger Inhalte in einem entkommerzialisierten Bereich (Linkmarketing)
  • entstehende Peaks mit aktivem Linkbuilding stärken
  • Auf Brandbuilding setzen oder Webmaster Anchortexte frei wählen lassen
  • Linkkauf sollte ein Tabu sein
  • der Besucher der Linkgebenden Seite sollte einen Mehrwert finden

Was ist Dein Top-Tipp für Shopbetreiber?

Ralf Zmölnig:
Liebe Shopbetreiber! Entwickelt, lebt und lasst Liebe spüren, für das was ihr macht! Und das intern von ganz oben nach ganz unten und extern bei euren Kunden. Das bedeutet auch, dass ihr auch bitte endlich mal wieder mehr Zeit darauf verwendet, nicht nur Abverkaufsmaschinen in den SERP´s platzieren zu wollen, sondern Onlineshops, in denen es Spaß (und Sinn) macht, einzukaufen. Und bucht mehr Workshops bei uns, um zu wissen, worauf es dabei mittlerweile immer mehr ankommt. Denn dann hat euch auch automatisch die Suchmaschine lieb ;o)
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Dominik Wojcik:
Vergesst die Offpage Optimierung nicht. Sie macht immer noch einen gewaltigen Anteil von SEO aus.

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Julian Dziki:
Versucht nicht krampfhaft Eure Produkte zu verkaufen, sondern denkt an Eure Zielgruppe und überlegt Euch, was Ihr dieser sonst noch bieten könnt. Informationen, News, Anleitungen, Tipps und Hilfen oder auch nur eine lustige Geschichte aus Eurem Shopbetreiber Alltag: Je mehr man als Online Shop „menschelt“, desto besser hat man Erfolg im SEO Bereich, aber auch bei der Conversionrate, Google Adwords und Social Media.

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Olaf Pleines:
Die Anzahl der inhaltsarmen Seiten und Duplikate sollte auf ein Minimum reduziert werden, um den eingehenden Linkjuice so effizient wie irgend möglich einzusetzen. Gepaart mit einer semantisch einwandfreien Struktur der einzelnen Dokumente, können die Inhalte bestmöglich indiziert werden. Die Struktur betreffend, gehört eine grundlegende Auszeichnung aller Artikeldetailseiten mit semantischem Markup für jeden Online-Shop absolut dazu. Hier hilft auch ein Blick über den Tellerrand, also eine semantische Auszeichnung die über Preise, Reviews und Beschreibung etc. hinausgeht. Ein Blick auf die Produkt Attribute gemäß Schema.org, wie bspw. isAccessoryOrSparePartFor, isConsumableFor, isRelatedTo und isSimilarTo halte ich in jedem Fall für lohnend.

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Marco Janck:
Denke als Unternehmer und nicht als SEO. Diese Perspektivänderung ist ein riesiger Hebel.

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Patrick Klingberg:
SEO sollte nicht als “letzter Feinschliff“ verstanden werden, sondern bereits bei der Konzeptionierung des Online Shops Beachtung finden: Synergien sollten von Beginn an genutzt werden. Eine effiziente Kommunikation zwischen den einzelnen Bereichen ist unerlässlich, um einen rundum gelungen Online Shop zu launchen. Ein gelungenes Keyword-Set bildet das Grundgerüst für die weitere Optimierung des Shops, guter und suchmaschinenfreundlicher Content bringt gute Rankings, gute Rankings generieren Traffic und somit potenzielle Kunden. Wir verstehen SEO nicht allein als Optimierung für Suchmaschinen, sondern allumfassend als Website-Optimierung für Menschen. Ein suchmaschinenfreundlich gestalteter Online Shop umfasst auch die Bedürfnisse des Users. Usability und User Experience gehören zu jedem gelungenen SEO-Konzept! Es gilt den User über gute Rankings zu holen und über eine gute Performance zu halten.

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Oliver Hauser:
Vermarkte deinen Shop nicht, sondern lebe ihn… und aus finanzieller Sicht, je nach Größe des Projekts: Evaluiere zuerst, welche Produkte und Marketingkanäle für dich am ertragreichsten sind. Es gibt sicherlich Branchen, in denen man mit SEO am besten vorankommt und Branchen, in denen die Konkurrenz für einen Neueinsteiger in den SERPs einfach schon sehr übermächtig ist. Nach und nach vorhanteln und mit guter Planung später alles zu einem ganzen für alle Produkte über alle Marketing Kanäle zusammenführen.

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Zusammenfassung der Redaktion:

  • Entwickelt, lebt und lasst Liebe spüren, für das was ihr als Unternehmer macht!
  • Vergesst die Offpage Optimierung nicht
  • Ein Blick auf die Produkt Attribute gemäß Schema.org
  • bereits bei der Konzeptionierung des Online Shops beachten
  • Ein suchmaschinenfreundlich gestalteter Online Shop umfasst auch die Bedürfnisse des Users

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