Kostenkalkulator
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Fehlende oder fehlerhafte Rechtstexte sind der häufigste Grund für Abmahnungen im deutschen E-Commerce. Eine einzige Abmahnung kann schnell 1.000-3.000 € kosten — und das ist vermeidbar. Wer die richtigen Texte hat und sie aktuell hält, ist auf der sicheren Seite.

Dieser Leitfaden erklärt, welche Rechtstexte 2026 für jeden Onlineshop Pflicht sind, was drin stehen muss und welche Anbieter euch rechtssicher aufstellen — ohne dass ihr selbst Jura studieren müsst.

Welche Rechtstexte braucht ein Onlineshop?

Jeder Onlineshop in Deutschland benötigt mindestens diese fünf Rechtstexte:

1. Impressum

Das Impressum ist laut § 5 TMG (Telemediengesetz) für jeden kommerziellen Onlineshop Pflicht. Es muss von jeder Seite eures Shops mit maximal zwei Klicks erreichbar sein — typischerweise als Link im Footer.

Was rein muss: vollständiger Name und Anschrift des Betreibers (bei juristischen Personen: Rechtsform und Vertretungsberechtigte), Kontaktdaten (E-Mail und Telefon oder vergleichbar schnelle Kontaktmöglichkeit), Handelsregister-Eintrag und Registernummer (falls vorhanden), Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, zuständige Aufsichtsbehörde (bei genehmigungspflichtigen Tätigkeiten). Seit 2024 gilt zudem: Online-Shops müssen einen Link zur OS-Plattform der EU-Kommission angeben (auch wenn die Plattform seit 2025 nicht mehr aktiv ist — die Pflicht besteht formal weiter, bis der Gesetzgeber sie aufhebt).

2. Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

AGB sind rechtlich nicht zwingend vorgeschrieben — aber dringend empfohlen. Ohne AGB gelten die gesetzlichen Regelungen, was in vielen Fällen nachteilig für den Händler ist. Gute AGB regeln Vertragsschluss, Lieferzeiten, Zahlungsbedingungen, Eigentumsvorbehalt, Haftung und Gewährleistung.

Wichtig: AGB dürfen nicht einfach von anderen Shops kopiert werden. Sie müssen zum eigenen Geschäftsmodell passen und der aktuellen Rechtslage entsprechen. Veraltete oder fehlerhafte AGB sind ein häufiger Abmahngrund.

3. Widerrufsbelehrung

Im B2C-Geschäft (Verkauf an Verbraucher) haben Kunden ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Ihr seid verpflichtet, über dieses Recht klar und verständlich zu informieren — inklusive Muster-Widerrufsformular. Die Belehrung muss vor Vertragsschluss erfolgen, also im Bestellprozess sichtbar sein.

Fehlt die Widerrufsbelehrung oder ist sie fehlerhaft, verlängert sich das Widerrufsrecht auf bis zu 12 Monate und 14 Tage. Das ist eines der größten finanziellen Risiken für Shop-Betreiber.

4. Datenschutzerklärung (DSGVO)

Seit Mai 2018 gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) — und sie betrifft jeden Onlineshop. Die Datenschutzerklärung muss umfassend darüber informieren, welche personenbezogenen Daten erhoben werden, zu welchem Zweck, auf welcher Rechtsgrundlage und wie lange sie gespeichert werden.

Konkret für Onlineshops relevant: Datenerhebung bei Bestellungen und Kundenkonten, Cookie-Nutzung (mit Cookie-Consent-Banner), eingebundene Drittdienste (Google Analytics, Meta Pixel, Zahlungsanbieter, Newsletter-Tools), Kontaktformulare und Newsletter-Anmeldung, Rechte der Betroffenen (Auskunft, Löschung, Widerspruch).

Die Datenschutzerklärung muss — genau wie das Impressum — von jeder Seite erreichbar sein.

5. Zahlungs- und Versandinformationen

Kunden müssen vor dem Kauf klar erkennen können, welche Zahlungsarten angeboten werden, welche Versandkosten anfallen und wie lang die Lieferzeit ist. Diese Informationen müssen spätestens im Checkout sichtbar sein — besser bereits auf den Produktseiten.

Weitere Pflichten je nach Sortiment

Abhängig davon, was ihr verkauft, kommen weitere Informationspflichten hinzu:

Batterieverordnung: Wer Produkte mit Batterien verkauft, muss über die Rückgabe und Entsorgung alter Batterien informieren und die Symbole nach BattG anzeigen.

Textilkennzeichnung: Bei Kleidung und Textilien muss die Materialzusammensetzung angegeben werden (z. B. „80% Baumwolle, 20% Polyester“).

Lebensmittelinformationen: Bei Lebensmitteln gelten besondere Kennzeichnungspflichten (Zutaten, Allergene, Nährwerte, Herkunft).

Elektrogesetz (ElektroG): Wer Elektrogeräte verkauft, muss bei der Stiftung EAR registriert sein und über die Rücknahme von Altgeräten informieren.

Verpackungsgesetz: Seit 2019 Pflicht: Registrierung beim Verpackungsregister LUCID und Beteiligung an einem dualen System. Das gilt auch für Dropshipper.

Abmahnungen — Das größte Risiko

Abmahnungen im E-Commerce sind in Deutschland ein lukratives Geschäft — für Abmahnanwälte. Die häufigsten Abmahngründe:

Fehlerhafte oder fehlende Widerrufsbelehrung. Unvollständiges Impressum. Verstöße gegen die Preisangabenverordnung (fehlender Hinweis auf MwSt. und Versandkosten). Fehlende oder falsche Datenschutzerklärung. Verstöße gegen das Verpackungsgesetz (fehlende LUCID-Registrierung). Fehlende Grundpreisangabe bei Waren, die nach Gewicht oder Volumen verkauft werden.

Die Kosten einer Abmahnung liegen typischerweise bei 800-3.000 € (Anwaltsgebühren + Unterlassungserklärung). Im Wiederholungsfall oder bei Verstößen gegen eine Unterlassungserklärung können Vertragsstrafen von 5.000 € und mehr fällig werden.

Die beste Vorsorge: rechtssichere Texte von einem spezialisierten Anbieter und regelmäßige Updates bei Gesetzesänderungen.

Die besten Anbieter für Rechtstexte 2026

Händlerbund

Der größte Rechtsdienstleister für Online-Händler in Deutschland mit über 80.000 Mitgliedern. Bietet rechtssichere Texte (AGB, Impressum, Widerrufsbelehrung, Datenschutzerklärung), automatische Updates bei Gesetzesänderungen, Abmahnschutz mit Kostenübernahme und telefonische Rechtsberatung.

Kosten: Ab 25 €/Monat (Basis) bis 100 €/Monat (Premium). Texte für Amazon, eBay und andere Marktplätze inklusive. Shopsystem-Schnittstellen für automatische Aktualisierung.

IT-Recht Kanzlei

Auf E-Commerce spezialisierte Kanzlei aus München. Bietet Rechtstexte für über 80 verschiedene Verkaufsplattformen und Shopsysteme, inklusive Marktplätze. Besonders bekannt für schnelle Updates bei Rechtsänderungen und umfangreiche Informationsartikel.

Kosten: Ab ca. 25 €/Monat. Abmahnschutz-Paket mit Kostenübernahme verfügbar.

Protected Shops

Spezialisiert auf Rechtstexte mit automatischer Einpflegung über das Plugin „AGB-Connect“. Unterstützt alle gängigen Shopsysteme. Über 9.000 abgesicherte Shops.

Kosten: Ab ca. 15 €/Monat (ein Shop) bis 25 €/Monat (mehrere Shops). 12 Monate Mindestlaufzeit.

Trusted Shops

Neben dem Gütesiegel bietet Trusted Shops mit dem „Rechtstexter“ ein Tool zur Erstellung rechtssicherer Texte. Inklusive Abmahnschutz mit Haftungsübernahme.

Kosten: Ab 99 €/Monat — aber das Paket enthält auch Gütesiegel, Käuferschutz und Bewertungssystem. Wer nur Rechtstexte braucht, fährt mit Händlerbund oder IT-Recht Kanzlei günstiger.

janolaw

Bietet einen Online-Generator für Rechtstexte, der individuell an den Shop angepasste Texte erstellt. Einfach zu bedienen, automatische Updates inklusive.

Kosten: Ab ca. 10 €/Monat für Basistexte. Ohne Abmahnschutz — dafür die günstigste Option für Einsteiger.

Rechtstexte selbst erstellen — geht das?

Theoretisch ja, praktisch riskant. Das deutsche E-Commerce-Recht ist komplex und ändert sich regelmäßig. Ein vergessener Hinweis auf die Streitschlichtungsplattform oder eine veraltete Widerrufsbelehrung kann eine Abmahnung auslösen.

Kostenlose Generatoren (z. B. von der IHK oder eRecht24) liefern Basistexte, aber ohne Haftung und ohne automatische Updates. Für den Start möglich, für einen Shop mit regelmäßigem Umsatz nicht empfehlenswert.

Meine Empfehlung: Investiert die 25-50 €/Monat in einen professionellen Rechtstext-Service. Die Kosten einer einzigen Abmahnung übersteigen die Jahresgebühren um ein Vielfaches.

Checkliste — Rechtstexte für euren Onlineshop

Pflicht für jeden Shop: Impressum (§ 5 TMG), Datenschutzerklärung (DSGVO), Widerrufsbelehrung mit Muster-Widerrufsformular, AGB (empfohlen), Zahlungs- und Versandinformationen, Cookie-Consent-Banner, Link zur OS-Plattform der EU.

Je nach Sortiment zusätzlich: Batterieverordnung, Textilkennzeichnung, Lebensmittelinformationen, ElektroG-Hinweise, LUCID-Registrierungsnummer.

Für Marktplatz-Verkäufer zusätzlich: Plattformspezifische Rechtstexte (Amazon, eBay, Zalando haben eigene Anforderungen), separate AGB pro Verkaufskanal.

Häufige Fragen zu Rechtstexten

Was passiert, wenn mein Impressum unvollständig ist?

Ein unvollständiges Impressum ist ein Abmahngrund. Typische Kosten einer Abmahnung: 800-2.000 €. Außerdem droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 €. Stellt sicher, dass alle Pflichtangaben (Name, Anschrift, Kontakt, Registernummer, USt-IdNr.) enthalten sind.

Brauche ich AGB für meinen Onlineshop?

Gesetzlich nicht zwingend — aber dringend empfohlen. Ohne AGB gelten die gesetzlichen Regelungen, die in vielen Punkten nachteilig für den Händler sind. Professionelle AGB kosten ab 25 €/Monat über einen Rechtstext-Service und schützen euch vor teuren Überraschungen.

Wie oft müssen Rechtstexte aktualisiert werden?

Das Internetrecht ändert sich regelmäßig — manchmal mehrmals im Jahr. Ein guter Rechtstext-Service informiert euch automatisch über Änderungen und stellt aktualisierte Texte bereit. Ohne Update-Service müsstet ihr selbst die Rechtslage überwachen — das ist für die meisten Shop-Betreiber unrealistisch.

Was kostet ein Rechtstext-Service?

Die günstigsten Anbieter starten bei ca. 10 €/Monat (janolaw, ohne Abmahnschutz). Mit Abmahnschutz und Kostenübernahme bei berechtigten Abmahnungen: ab ca. 25 €/Monat (Händlerbund, IT-Recht Kanzlei). Trusted Shops ab 99 €/Monat — inklusive Gütesiegel und Bewertungssystem.

Gelten dieselben Rechtstexte für Amazon und den eigenen Shop?

Nein. Amazon, eBay und andere Marktplätze haben eigene Anforderungen an Rechtstexte. Ihr braucht angepasste Versionen für jeden Verkaufskanal. Die meisten Rechtstext-Services (Händlerbund, IT-Recht Kanzlei, Protected Shops) bieten Texte für alle gängigen Plattformen an.

Weiterführende Artikel: Gütesiegel für Onlineshops · Onlineshop erstellen · Was kostet ein Onlineshop? · Payment Service Provider · Dropshipping 2026

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