
Lektion 5: Rechtstexte — AGB, Impressum & Datenschutz für Onlineshops
Im Jahr 2022 wurden in Deutschland über 200.000 Abmahnungen an Onlineshop-Betreiber verschickt. Der häufigste Grund: fehlende oder fehlerhafte Rechtstexte. Die Kosten einer einzigen Abmahnung: 500–2.500 € Anwaltsgebühren plus Unterlassungserklärung. Für viele kleine Händler bedeutet das das Ende des Shops — nicht wegen schlechtem Marketing, sondern wegen einem fehlenden Satz im Impressum.
Diese Lektion zeigt Ihnen, was wirklich Pflicht ist, welche Anbieter Ihnen das abnehmen können und wie Sie Ihren Shop in einer Stunde rechtssicher machen.
Impressum — was zwingend rein muss
Das Impressum ist für jeden Onlineshop Pflicht (§ 5 TMG). Es muss „leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar“ sein — d.h. ein Link im Footer genügt, aber der muss funktionieren.
Pflichtangaben für gewerbliche Shops:
- Name und Anschrift (vollständige Postadresse, keine Postfach)
- E-Mail-Adresse (Telefon ist empfohlen, aber nicht Pflicht)
- USt-IdNr. oder Steuernummer (sobald USt-pflichtig)
- Bei GmbH/UG: Handelsregisternummer, Gericht, Geschäftsführer
- Bei regulierten Berufen: Berufsbezeichnung, Kammer
- Plattform der EU-Kommission zur Online-Streitbeilegung verlinken (OS-Link): https://ec.europa.eu/consumers/odr/
Häufiger Fehler: Privatadresse schützen wollen und stattdessen Postfach angeben. Das ist eine Abmahnung wert. Lösung: virtuelles Büro (ab 19 €/Monat bei z.B. regus.de) oder Adresse eines Steuerberaters nutzen.
AGB — warum eigene Texte gefährlich sind
Selbst geschriebene AGB sind fast immer abmahnbar. Entweder sind sie zu vage, oder sie enthalten unwirksame Klauseln, die trotzdem abgemahnt werden können. Das Gesetz ändert sich — Ihre AGB müssen mitwachsen.
Kaufen Sie keine einmaligen AGB-Texte — die sind nach 6–12 Monaten veraltet. Nutzen Sie Abonnement-Dienste, die Texte automatisch aktuell halten:
Anbieter-Vergleich 2026
| Anbieter | Preis/Jahr | Besonderheiten |
|---|---|---|
| IT-Recht Kanzlei | ab 9,90 €/Monat | Automatische Updates, direkte WooCommerce/Shopify-Integration, Abmahnschutz-Versicherung optional |
| Trusted Shops | ab 79 €/Monat | Rechtstexte + Gütesiegel + Käuferschutz. Erhöht Conversion durch Siegel, aber deutlich teurer. |
| eRecht24 | ab 9 €/Monat | Datenschutzerklärung + Impressum-Generator. Schwächere AGB-Abdeckung für Shops. |
Empfehlung: IT-Recht Kanzlei für reine Rechtstexte, Trusted Shops wenn Sie das Gütesiegel-Signal für Konversion nutzen wollen und der Mehrumsatz die Kosten rechtfertigt. Das Trusted Shops-Siegel kann die Conversion um 3–7% erhöhen — bei 10.000 € Monatsumsatz sind das 300–700 € mehr, was die Kosten schnell rechtfertigt.
DSGVO — was wirklich Pflicht ist (und was ein Mythos ist)
Die DSGVO hat viele Händler in Panik versetzt. Hier ist, was tatsächlich gilt:
Pflicht für jeden Shop:
- Datenschutzerklärung auf der Website (erreichbar per Footer-Link)
- Auftragsverarbeitungsverträge (AV-Verträge) mit allen Dienstleistern, die Kundendaten verarbeiten (Hosting, E-Mail-Marketing, Zahlungsanbieter)
- Dokumentation, welche Daten Sie sammeln und warum
- Cookie-Consent für alle nicht-essentiellen Cookies
Mythen die Sie stören:
- „Jeder Shop braucht einen Datenschutzbeauftragten“ — Falsch. Pflicht erst ab 20 Mitarbeitern, die regelmäßig Daten verarbeiten, oder bei bestimmten sensiblen Datenkategorien.
- „Google Analytics ist verboten“ — Nicht pauschal. Mit korrektem Consent und anonymisierter IP ist es legal.
- „Ich muss alle Daten löschen wenn jemand fragt“ — Nur wenn keine anderen Aufbewahrungspflichten gelten. Rechnungsdaten müssen 10 Jahre aufbewahrt werden.
Cookie-Banner — richtig vs. falsch
Ein korrekter Cookie-Consent-Banner hat drei Buttons: „Alle akzeptieren“, „Alle ablehnen“, und „Einstellungen“. Das Ablehnen muss genau so einfach sein wie Akzeptieren — gleich prominente Buttons, kein „Akzeptieren“ groß und grün, „Ablehnen“ klein und grau.
Empfehlenswerte kostenlose Lösung: Complianz (WordPress-Plugin) oder Cookiebot (kostenlos bis 100 Seiten). Für Shopify: Pandectes GDPR (ab 0 €).
Selbst-Check in 20 Minuten
So prüfen Sie Ihren Shop heute:
- Öffnen Sie Ihren Shop im Inkognito-Modus — erscheint der Cookie-Banner? Können Sie ablehnen?
- Scrollen Sie zum Footer — sind Impressum, Datenschutz, AGB, Widerrufsrecht verlinkt?
- Öffnen Sie das Impressum — sind alle Pflichtangaben vorhanden?
- Testen Sie eine Bestellung bis zur Bestätigungsseite — wird auf AGB hingewiesen und aktiv zugestimmt?
- Nutzen Sie den kostenlosen Check von IT-Recht Kanzlei oder Trusted Shops Shop-Bewertung.
Praktische Aufgabe für heute
Registrieren Sie sich für den kostenlosen Trial bei IT-Recht Kanzlei oder nutzen Sie den eRecht24 Datenschutz-Generator (kostenlos). Erstellen Sie eine aktualisierte Datenschutzerklärung und setzen Sie sie auf Ihren Shop. Das dauert 15 Minuten und schützt Sie vor der häufigsten Abmahnungsursache.
