Payment Service Provider Deutschland – Die besten Zahlungsanbieter für Onlineshops 2026
Ein Payment Service Provider (PSP) ermöglicht es Onlineshops, verschiedene Zahlungsarten über eine einzige Schnittstelle anzubieten. Statt mit jedem Zahlungsanbieter einzeln einen Vertrag abzuschließen, bündelt der PSP alle Zahlungsmethoden – von Kreditkarte über PayPal bis hin zu Klarna – in einer Integration. In diesem Ratgeber stellen wir die wichtigsten Payment Service Provider für den deutschen Markt vor und vergleichen Gebühren, Funktionen und Einsatzgebiete.
Warum braucht ein Onlineshop einen Payment Service Provider?
Die Zahlungsabwicklung ist einer der kritischsten Prozesse im E-Commerce. Kunden erwarten eine reibungslose Checkout-Erfahrung mit ihren bevorzugten Zahlungsarten. Studien zeigen, dass bis zu 70 % der Kaufabbrüche im Checkout passieren – häufig, weil die gewünschte Zahlungsart fehlt.
Ein guter PSP bietet eine einzige technische Integration für viele Zahlungsarten, eine PCI-DSS-konforme Zahlungsabwicklung (Sicherheitsstandard für Kreditkartendaten), Betrugsprävention und Risikomanagement, ein übersichtliches Dashboard für alle Transaktionen und automatisierte Auszahlungen auf Ihr Geschäftskonto.
Die wichtigsten Payment Service Provider 2026
PayPal / PayPal Commerce Platform
PayPal ist der bekannteste Zahlungsanbieter in Deutschland und für die meisten Onlineshops unverzichtbar. Über die PayPal Commerce Platform können Händler neben dem klassischen PayPal-Checkout auch Kreditkarten, Lastschrift und „Später bezahlen“ anbieten.
Gebühren: 2,49 % + 0,35 € pro Transaktion (Standardtarif), günstigere Konditionen ab höherem Volumen. Zahlungsarten: PayPal, PayPal Express, Kreditkarte, Lastschrift, Später bezahlen. Integration: Plugins für alle gängigen Shopsysteme verfügbar. Besonderheit: Höchste Markenbekanntheit bei deutschen Käufern, steigert Vertrauen und Conversion.
Stripe
Stripe ist einer der innovativsten PSPs weltweit und besonders bei technisch versierten Händlern und Start-ups beliebt. Die API-Dokumentation gilt als branchenführend. Stripe ist die Basis von Shopify Payments und vielen anderen Plattform-Integrationen.
Gebühren: 1,5 % + 0,25 € (EU-Karten), 2,5 % + 0,25 € (Nicht-EU-Karten). Zahlungsarten: Kreditkarte, SEPA-Lastschrift, Sofortüberweisung, Apple Pay, Google Pay, Klarna (über Stripe), iDEAL, Bancontact und viele weitere. Integration: Exzellente API, SDKs für alle Programmiersprachen, Plugins für Shopify, WooCommerce, Shopware u.v.m. Besonderheit: Stripe Radar (KI-basierte Betrugserkennung), Stripe Connect für Marktplätze, Stripe Billing für Abonnements.
Klarna
Klarna ist der führende „Buy Now, Pay Later“-Anbieter in Europa und aus deutschen Onlineshops kaum wegzudenken. Der Kauf auf Rechnung und die Ratenzahlung über Klarna steigern nachweislich die Conversion Rate.
Gebühren: Variabel, je nach Zahlungsart und Volumen. Typisch: 1,99–3,29 % + 0,35 € pro Transaktion. Zahlungsarten: Rechnung (14 oder 30 Tage), Ratenkauf (6–36 Monate), Sofortüberweisung, Lastschrift. Integration: Plugins für alle gängigen Shopsysteme, auch über PSPs wie Stripe oder Mollie nutzbar. Besonderheit: Klarna übernimmt das Zahlungsausfallrisiko beim Rechnungskauf – der Händler erhält sein Geld garantiert.
Mollie
Mollie ist ein niederländischer PSP, der sich in den letzten Jahren als eine der besten Alternativen zu Stripe im europäischen Markt etabliert hat. Besonders beliebt bei Shopware- und WooCommerce-Nutzern.
Gebühren: Keine monatliche Grundgebühr, rein transaktionsbasiert. Kreditkarte: 1,8 % + 0,25 €, SEPA-Lastschrift: 0,25 € + 0,25 €, PayPal: wird durchgereicht. Zahlungsarten: Kreditkarte, PayPal, SEPA, Sofortüberweisung, Klarna (Rechnung und Ratenkauf), Apple Pay, Google Pay, iDEAL, Bancontact, EPS, Giropay. Integration: Offizielle Plugins für Shopware 6, WooCommerce, Magento, JTL-Shop, Shopify, PrestaShop und weitere. Besonderheit: Keine Einrichtungsgebühr, keine monatlichen Fixkosten, schnelle Einrichtung. Ideal für KMU.
Adyen
Adyen ist ein Premium-PSP aus den Niederlanden, der vor allem bei großen Unternehmen und internationalen Händlern zum Einsatz kommt. Kunden von Adyen sind unter anderem Spotify, Uber und viele große Onlineshops.
Gebühren: Verarbeitung: 0,11 € pro Transaktion + Zahlungsarten-Aufschlag (z.B. Kreditkarte EU: 0,6 %). Zahlungsarten: Über 250 Zahlungsmethoden weltweit, alle gängigen europäischen und internationalen Methoden. Integration: REST API, Plugins für Shopware, Magento, SAP Commerce Cloud. Besonderheit: Unified Commerce (Online + POS), hervorragende Betrugserkennung, globale Abdeckung. Eher für größere Shops geeignet.
Unzer (ehem. Heidelpay)
Unzer (früher Heidelpay) ist ein deutscher PSP mit Sitz in Heidelberg. Als einer der wenigen rein deutschen Zahlungsdienstleister bietet Unzer eine breite Palette an Zahlungsarten mit Fokus auf den DACH-Markt.
Gebühren: Individuell, abhängig von Zahlungsart und Volumen. Typisch im mittleren Bereich. Zahlungsarten: Kreditkarte, PayPal, SEPA, Sofortüberweisung, Rechnung, Ratenkauf, Prepaid, Apple Pay, Google Pay. Integration: Plugins für Shopware 6, Magento, WooCommerce, JTL-Shop, OXID und weitere. Besonderheit: Deutscher Anbieter, persönlicher Support, PCI-DSS Level 1 zertifiziert, White-Label-Lösung möglich.
Amazon Pay
Amazon Pay ermöglicht es Kunden, in Ihrem Onlineshop mit ihrem Amazon-Konto zu bezahlen – ohne erneute Dateneingabe. Das kann die Conversion deutlich steigern, besonders bei neuen Kunden.
Gebühren: 1,5 % + 0,35 € (Inlandstransaktionen). Zahlungsarten: Zahlung über Amazon-Konto (Kreditkarte, Lastschrift – gespeichert bei Amazon). Integration: Plugins für WooCommerce, Shopware, Magento, Shopify und weitere. Besonderheit: Kunden müssen kein neues Konto anlegen, nutzen vertraute Amazon-Oberfläche. A-bis-Z-Garantie von Amazon.
Payone (ehem. BS Payone)
Payone ist ein etablierter deutscher PSP, der vor allem bei mittelständischen und größeren Shops verbreitet ist. Die Plattform bietet neben der reinen Zahlungsabwicklung auch Risikomanagement und Debitorenmanagement.
Gebühren: Individuell, abhängig von Zahlungsart, Volumen und Vertrag. Zahlungsarten: Kreditkarte, Lastschrift, Rechnung, Vorkasse, PayPal, Paydirekt/Giropay, Sofortüberweisung, Ratenkauf. Integration: Plugins für Shopware 6, Magento, WooCommerce, JTL-Shop, OXID und weitere. Besonderheit: Integriertes Risikomanagement, Forderungsmanagement, Anbindung an Warenwirtschaftssysteme.
Nicht mehr empfohlen / eingestellt
Folgende Zahlungsanbieter, die in älteren Vergleichen noch auftauchen, sind 2026 nicht mehr relevant:
Wirecard – Insolvenz 2020. Einer der größten Finanzskandale Deutschlands. Nicht mehr verfügbar.
Click&Buy – Von der Deutschen Telekom betrieben, bereits 2016 eingestellt.
Expercash – Aufgegangen in andere Anbieter, eigenständiger Service nicht mehr verfügbar.
Giropay – Eigenständiger Dienst wurde 2024 eingestellt. Die Funktionalität ist teilweise in andere Zahlungsarten (z.B. Paydirekt) integriert.
Sofortüberweisung (als eigenständiger Dienst) – Gehört seit 2014 zu Klarna und wird unter dem Klarna-Dach weitergeführt.
Welche Zahlungsarten sollte ein deutscher Onlineshop anbieten?
Für den deutschen Markt empfehlen wir als Mindestausstattung: PayPal (unverzichtbar, höchste Verbreitung), Kreditkarte (Visa, Mastercard – über PSP), Kauf auf Rechnung (über Klarna – steigert Conversion um 20–30 %), SEPA-Lastschrift (niedrigste Gebühren) und Apple Pay / Google Pay (wachsende Nutzung, besonders mobil).
Optional für höhere Conversion: Ratenzahlung (über Klarna), Amazon Pay (für neue Kunden) und Vorkasse/Überweisung (für bestimmte Zielgruppen).
Den richtigen PSP wählen – Entscheidungshilfe
Die Wahl des richtigen PSP hängt von mehreren Faktoren ab.
Für Einsteiger und kleine Shops empfehlen wir Mollie oder PayPal Commerce Platform. Keine monatlichen Fixkosten, einfache Einrichtung, alle wichtigen Zahlungsarten abgedeckt.
Für wachsende Shops mit technischem Anspruch ist Stripe die beste Wahl. Hervorragende API, KI-Betrugserkennung, skalierbar.
Für den deutschen Mittelstand empfehlen sich Unzer oder Payone. Persönlicher Ansprechpartner, deutsche Infrastruktur, Risikomanagement.
Für große und internationale Shops ist Adyen die Premium-Lösung. 250+ Zahlungsarten weltweit, Unified Commerce.
Fazit
Die Zahlungsabwicklung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für jeden Onlineshop. Mit dem richtigen Payment Service Provider bieten Sie Ihren Kunden ein reibungsloses Checkout-Erlebnis, reduzieren Kaufabbrüche und automatisieren Ihre Finanzprozesse. Starten Sie mit einer Lösung wie Mollie oder Stripe, und erweitern Sie Ihre Zahlungsarten schrittweise basierend auf den Bedürfnissen Ihrer Kunden.
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